• Startseite
  • Politik
  • Planbare Operationen: Lob von Lauterbach für Spahns Klinik-Plan

Lockerungs-Gegner Lauterbach lobt Spahns Klinik-Plan

  • Seit Mitte März werden in den Kliniken keine planbaren Operationen mehr durchgeführt.
  • Spahn will nun schrittweise eine Rückkehr zum Normalbetrieb.
  • Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach, der seit Tagen zur Vorsicht rät, begrüßt den Plan.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnt in der Corona-Pandemie seit Tagen vor zu schnellen Lockerungen.

Doch der Plan von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die Zahl der für Covid-19-Patienten reservierten Intensivbetten herunterzufahren und die Kliniken schrittweise wieder für die Behandlung anderer Patienten zu öffnen, stößt bei ihm auf ungeteilte Zustimmung.

„Der Vorschlag kommt genau zu richtigen Zeit“, sagte Lauterbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Anzeige

+++Immer aktuell: Hier geht’s zum Corona-Liveblog+++

Man müsse verhindern, dass es bei anderen Krankheiten zu einer Übersterblichkeit komme, dass also mehr Menschen an einer bestimmten Erkrankung stürben als sonst üblich, so der Gesundheitsexperte. Angesichts des aktuellen Verlaufs der Corona-Pandemie sei es vertretbar, deshalb die Reservekapazitäten wieder abzusenken.

„Dank der bisherigen Beschränkungen steht nicht zu befürchten, dass sich die Lage innerhalb kurzer Zeit so zuspitzt, dass die Intensivkapazitäten zur Behandlung von Corona-Patienten nicht mehr ausreichen“, sagte der SPD-Politiker.

Patienten verschleppen Krankheiten

Anzeige

Spahn hatte den Gesundheitsministern der Länder am Dienstag empfohlen, dass die Kliniken ab Freitag bis auf weiteres nur noch 25 statt bisher 50 Prozent der Intensivbetten für Covid-19-Patienten frei halten sollen. Die OP-Kapazitäten sollen in einem ersten Schritt zu 70 Prozent für planbare Operationen geöffnet werden.

Spahn begründete das mit nicht ausgelasteten Krankenhäusern. Er verwies zudem auf Anzeichen dafür, dass Patienten selbst bei Notfällen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen derzeit keine ärztliche Hilfe mehr in Anspruch nehmen.

Anzeige

Seit Mitte März haben die Kliniken deutschlandweit alle medizinisch nicht zwingend notwendigen planbaren Aufnahmen und Operationen verschoben, um für die Behandlung von Corona-Patienten vorbereitet zu sein. Spahn appellierte am Dienstag an die Bevölkerung, bei ernsten Krankheiten oder Notfällen auf alle Fälle ein Krankenhaus aufzusuchen.

Auch mehrere seiner Ressortkollegen aus den Ländern riefen die Menschen dazu auf, nötige Behandlungen nicht auf die lange Bank zu schieben und den Weg ins Krankenhaus nicht zu scheuen. „Dort werden höchste hygienische Standards eingehalten. Sie müssen keine Bedenken vor einer Infektion haben“, erklärte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD).

Unterstützung auch von den Grünen

Unterstützung für Spahns Pläne kam auch von den Grünen. Es dürfe nicht zu einer Unterversorgung von Patienten kommen, die nicht an dem Coronavirus erkrankt seien, sagte die Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink. Sie mahnte jedoch zur Vorsicht. „Es muss sichergestellt sein, dass in den Kliniken ausreichend Kapazitäten für eine mögliche weitere Infektionswelle zur Verfügung stehen“, fordert die Grünen-Politikerin.

Die Krankenhäuser begrüßten die Öffnung für den Normalbetrieb, warnten jedoch vor zu detaillierten Vorgaben. „Die Verantwortlichen in den Krankenhäusern wissen was zu tun ist, um allen Patienten die notwendige Versorgung zukommen zu lassen“, betonte der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß.


  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen