Philologenverband: Kanzlerin muss Schulbau zur Chefsache machen

  • In der Corona-Krise wird viel investiert. Doch tun Bund und Länder bereits genug für die Schulen?
  • Nein, meint die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing.
  • Sie fordert ein spezielles Konjunkturprogramm für den Schulbau – dies sei gerade in der Pandemie nötig.
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Berlin. Der Deutsche Philologenverband fordert, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse das Thema Schulbau zur Chefsache machen und ein entsprechendes Konjunkturprogramm anschieben.

“Kommerzielle Belange wie länderübergreifende Regelungen für Großveranstaltungen in Corona-Zeiten sind einen erneuten Gipfel zwischen der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten wert – wo aber bleibt das gemeinsame Engagement für ein gerade in Corona-Zeiten notwendiges Konjunkturprogramm Schulbau für die knapp elf Millionen Schüler in der Bundesrepublik?”, sagte die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Susanne Lin-Klitzing, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

“Die Bundeskanzlerin muss das Thema Schulbau zur Chefsache machen”, sagte Lin-Klitzing – und sie argumentierte dabei auch mit den Herausforderungen des Gesundheitsschutzes in Zeiten von Corona.“ Angesichts der Corona-Pandemie fallen insbesondere schlecht belüftete Klassenzimmer, heruntergekommene Schultoiletten, fehlende Lehrerzimmer und marode Turnhallen mehr denn je ins Gewicht”, führte die Verbandschefin aus.

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Großer Investitionsrückstand

“Alle reden ununterbrochen über die Bedeutung der Aerosole für die Verbreitung von Corona und darüber, wie wichtig es ist zu lüften – und gerade in den Schulen ist es teils nicht wirklich möglich. Das ist doch absurd”, befand Lin-Klitzing. Laut dem Kommunalpanel der Kreditanstalt für Wiederaufbau ist der Investitionsrückstand an Schulen zuletzt auf 44 Milliarden Euro gestiegen. Insbesondere finanzschwache Kommunen sähen sich schlicht nicht in der Lage, ihren Aufgaben bei der Schulsanierung hinreichend nachzukommen, befand die Chefin des Philologenverbandes.

Lin-Klitzing forderte: “Unsere Schulen müssen endlich so ausgestattet werden, wie es der Infektionsschutz und eine zeitgemäße Bildung verlangen.” Sie schlug vor: “Die Kanzlerin sollte sich mit den Ländern rasch auf ein Konjunkturprogramm Schulbau verständigen, damit diese dazu schnellstmöglich mit ihren kommunalen Schulträgern in Kontakt treten können.”

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Der Deutsche Philologenverband vertritt die Interessen von Lehrern an Schulen, die zum Abitur führen.

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