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Philipp Amthor zieht sich zurück - Respekt für Verzicht

Der CDU-Politiker Philipp Amthor verlässt nach der Sitzung des CDU-Landesvorstandes das Tagungshotel.

Güstrow.Nach seiner Lobbytätigkeit für ein US-Unternehmen bleibt der nächste Karrieresprung für den in die Kritik geratenen Philipp Amthor zunächst aus - sein Verzicht auf den CDU-Landesvorsitz in Mecklenburg-Vorpommern wird in der Partei aber mit Respekt zur Kenntnis genommen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am späten Freitagabend aus der Parteizentrale in Berlin. Der Landesverband könne sich nun wieder voll auf seine Herausforderungen konzentrieren, hieß es.

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Auch der kommissarische Landesparteichef Eckhardt Rehberg sprach von einer klugen Entscheidung, die Respekt verdiene. „Philipp Amthor ist ein politisches Talent. Er hat einen Fehler begangen und eingesehen, dass es richtig ist, auf die Kandidatur zu verzichten“, sagte Rehberg, der haushaltspolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag ist, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Zuvor hatte Amthor seine Kandidatur für den CDU-Landesvorsitz im Nordosten zurückgezogen. "Ich möchte an dieser Stelle keine Belastung für die Partei sein", sagte Amthor zur Begründung. Der 27-Jährige sah sich wegen seiner Tätigkeit für eine junge US-Firma, die Medienberichten zufolge sicherheitsrelevante Software entwickelt, massiven Lobbyismus-Vorwürfen ausgesetzt. Kritik kam auch aus der eigenen Partei. "Die Kontroverse, die sich mit meiner beendeten Nebentätigkeit für das Unternehmen Augustus Intelligence verbindet, war mein Fehler", sagte Amthor.

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An Stelle des 27-Jährigen nominierte der Landesvorstand in Güstrow den Landrat von Vorpommern-Greifwald, Michael Sack. Dieser werde als geeigneter Kandidat gesehen, um den Landesverband organisatorisch und personell gut für die Landtagswahl 2021 aufzustellen, hieß es aus der Parteizentrale in Berlin.

Der 47-Jährige sei ein herausragender Kommunalpolitiker aus einer Generation, die viel politische Zukunft habe, sagte Landesparteichef Rehberg nach der etwa zweistündigen Vorstandssitzung. Das Votum für den Landrat sei einstimmig ausgefallen. Der überraschende Personalvorschlag ging offenbar auf Rehbergs Initiative zurück.

"Ich habe immer gesagt, dass man im Zweifel bereit sein muss, persönliche Ziele zurückzustellen und hinter das Wohl der Partei zu stellen", erklärte Amthor nach dem Treffen. Trotz überragender Unterstützung und viel Zuspruchs habe er sich entschieden, nicht für das Amt des Landesvorsitzenden zur Verfügung zu stehen.

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Die Details der noch offenen Fragen zu seiner Tätigkeit für Augustus Intelligence werde er mit der Bundestagsverwaltung klären. "Sie ist die dafür zuständige Stelle", sagte Amthor. Dabei geht es unter anderem um die Bezahlung von Reisen. Die ihm vom Unternehmen eingeräumten Aktienoptionen habe er zurückgegeben, hatte Amthor bereits früher erklärt.

Die Nordost-Union ist bestrebt, die Führungskrise nun rasch zu beenden. Zu Jahresbeginn hatte mit Vincent Kokert der Hoffnungsträger der Landespartei überraschend die Parteiführung niedergelegt. Seit Anfang Februar führt Rehberg die Partei kommissarisch. Ein bereits angesetzter Landesparteitag musste wegen der Corona-Pandemie abgesetzt werden. Er wurde nun für den 7. August einberufen.

RND/dpa

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