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  • Philipp Amthor käuflich? CDU-Abgeordneter soll Lobbyarbeit für Firma betrieben haben, von der er selbst profitiert

Amthor soll Lobbyarbeit für Firma betrieben haben, von der er selbst profitiert

  • Ist der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor käuflich? Diese Frage wirft ein Medienbericht auf.
  • Der Politiker soll beim Bundeswirtschaftsminister für ein Unternehmen geworben haben, von dem er selber profitieren könnte.
  • Selbst bezeichnete Amthor sein Engagement als “Fehler”.
Felix Huesmann
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Berlin. Der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor hat einem Bericht des “Spiegel” zufolge mit einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Lobbyarbeit für das US-Unternehmen Augustus Intelligence betrieben, von dessen Erfolg er möglicherweise selbst profitiert. Das Nachrichtenmagazin beruft sich in seiner Berichterstattung auf einen Entwurf des Amthor-Schreibens, das im September 2018 auf dem Briefpapier des Deutschen Bundestags verfasst worden sei.

Das Papier kursierte demnach vor dem Versenden an Peter Altmaier in dem Unternehmen. Philipp Amthor habe Augustus in dem Brief gelobt und den Bundeswirtschaftsminister um politische Unterstützung gebeten. Das Schreiben ging demnach am 2. Oktober im Wirtschaftsministerium ein.

Bereits Mitte 2018 habe es in interner Kommunikation der Firma geheißen, dass der Amthor “gut für uns” sein werde, berichtet der “Spiegel”. Mitarbeiter hätten Amthor für den Brief gefeiert: Er sei “ein geiler Typ” habe es geheißen, “wir müssen uns echt bei ihm bedanken”. Zwei Monate später besuchten Manager des Unternehmen demnach gemeinsam mit Amthor zweimal den damaligen Parlamentarischen Staatssekretär beim Wirtschaftsminister, Christian Hirte.

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Amthor bezeichnet sein Engagement als “Fehler”

Amthor könnte von dieser Unterstützung für das von deutschen Auswanderern gegründete US-Unternehmen selbst profitieren. Gemäß einer internen Aufstellung erhielt er laut dem “Spiegel”-Bericht mindestens 2817 Aktienoptionen an der Firma und bekleidet außerdem einen Direktorenposten. Dem “Spiegel” liegen demnach zudem Unterlagen über Reisen und Aufenthalte in teuren Hotels vor, die Amthor mit Augustus-Mitarbeitern unternahm.

Wer die Kosten für diese Reisen übernommen hat, wollte Amthor auf Anfrage des Nachrichtenmagazins nicht kommentieren, auch zu weiteren Fragen habe er sich ebenso wie das New Yorker Unternehmen nicht geäußert. Aus der internen Kommunikation des Unternehmens gehe zudem der Verdacht hervor, dass Augustus möglicherweise Schmiergelder in China bezahlen wollte. Man brauche “ein wenig Cash”, rund eine bis fünf Millionen Euro, “um entsprechende Türen in China zu öffnen”. Philipp Amthor habe diese Mail in Kopie erhalten.

Philipp Amthor hat seine Arbeit für eine US-Firma rückblickend als einen Fehler bezeichnet. Zwar habe er seine Nebentätigkeit für das Unternehmen bei Aufnahme im vergangenen Jahr der Bundestagsverwaltung offiziell angezeigt. "Ich bin nicht käuflich", sagte Amthor der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage am Freitag. "Gleichwohl habe ich mich politisch angreifbar gemacht und kann die Kritik nachvollziehen. Es war ein Fehler." Sein Engagement für das Unternehmen entspreche rückblickend nicht seinen eigenen Ansprüchen an die Wahrnehmung seiner politischen Aufgaben.

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“Dieses Kapitel ist mir eine Lehre. Deshalb habe ich die Konsequenzen daraus gezogen und meine Nebentätigkeit beendet. Anteilsoptionen des Unternehmens habe ich nie ausgeübt und bereits zurückgegeben”, sagte Amthor. “Meine Priorität ist der leidenschaftliche politische Einsatz für unser Land.”

Wie der “Spiegel” berichtet, haben die Firmengründer eine Gruppe von konservativen Männern ­um sich versammelt. Dazu gehörten der ehemalige Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen oder der frühere BND-Chef August Hanning. Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sei als Teilhaber bei Augustus eingestiegen und Präsident der Firma geworden.

RND/feh

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