Petition: Rote Flora soll Kindergarten werden

Das linksautonome Zentrum Rote Flora ist nach den G-20-Krawallen in Verruf geraten. Politiker fordern eine Räumung. Für Aufsehen sorgt ein Hamburger Unternehmer mit dem Vorschlag, die Rote Flora in einen Kindergarten umzuwandeln. Mittlerweile hat er seine Petition zurückgezogen.

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Hamburg. Nach den Gewaltexzessen am Rande des G-20-Gipfels in Hamburg wächst der Druck auf Sympathisanten und Anhänger der linksextremen Szene in Deutschland.

Innenexperten der Union fordern eine Räumung des linksautonomen Zentrums Rote Flora im Hamburger Schanzenviertel, in dessen Umfeld es während der Gipfeltage zu Plünderungen, Brandstiftungen und anderen schweren Gewalttaten gekommen war.

Scholz gegen „Schnellschuss“

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„Angesichts der Gewalt-Exzesse und der Dimension der hemmungslosen, entfesselten Aggression gegen Polizeibeamte sowie der Zerstörungswut seitens linksextremer Demonstranten und Autonomer halte ich eine gewaltsame Räumung der Roten Flora jetzt für zwingend geboten“, sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Stephan Mayer, der „Bild“-Zeitung.

Auch der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat die Existenz des Zentrums bereits infrage gestellt, sich aber gegen einen „Schnellschuss“ ausgesprochen.

Aus der Hamburger Bevölkerung kommen bereits Vorschläge, was mit der Roten Flora perspektivisch passieren soll: ein Kindergarten. Das fordert ein Unternehmer aus Hamburg.

Petition nimmt Fahrt auf – und wird zurückgezogen

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Der Mann hat dazu am Montag eine entsprechende Petition gestartet – die bis Dienstag Mittag (12.40) mehr als 5800 Unterstützer gefunden hat. Mittlerweile wurde die Petition zurückgezogen – aus persönlichen Gründen, wie es auf der Plattform heißt (Stand: Dienstag Mittag).

In seiner Initiative hatte der Hamburger Unternehmer das autonome Zentrum als „linksextreme Keimzelle“ der Gewaltexzesse während des G-20-Gipfels am vergangenen Wochenende bezeichnet. Er schlug daher vor, dass der Treffpunkt geschlossen wird und stattdessen ein öffentlicher Kindergarten oder eine Grundschule entsteht. So zöge die Gesellschaft wieder Nutzen aus der Einrichtung – hieß es in dem Antrag.

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Die Proteste gegen den G-20-Gipfel waren zeitweise außer Kontrolle.

Das ehemalige Theater Rote Flora ist seit 1989 von linken Aktivisten besetzt. Die Stadt Hamburg setzte sich in der Vergangenheit für den Erhalt der Flora und ihres Status ein, weil die Einrichtung als Stadtteilzentrum wichtig sei. Einige der in Gewaltexzesse ausgearteten Anti-G-20-Demonstrationen am Wochenende waren von Flora-Aktivisten angemeldet worden.

Von dpa/RND/zys

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