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„Personenkult tut uns nicht gut“: Linke Grüne fordern Verzicht auf Kanzlerkandidatur

  • Die Grünen wollen nach Ostern entscheiden, wer die Kanzlerkandidatur übernimmt: Annalena Baerbock oder Robert Habeck.
  • Zwölf linke Grüne schreiben nun, eine Kanzlerkandidatur widerspreche der Kultur der Partei.
  • Überdies würden die Grünen vielleicht wieder schlechter abschneiden als erwartet.
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Berlin. Die Unabhängige Grüne Linke, ein Zusammenschluss von Linken in der Partei Bündnis 90/Die Grünen, plädiert in einem offenen Brief dafür, im Bundestagswahlkampf 2021 auf eine Kanzlerkandidatin oder einen Kanzlerkandidaten zu verzichten.

„Die Partei hat zurzeit mit Annalena Baerbock und Robert Habeck ein engagiertes und gut zusammenarbeitendes Team als Bundesvorstand“, heißt es in dem Brief, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

„Diese sehr konstruktive Kooperation auch mit der Basis sollte nicht ohne Not aufgegeben werden. Mit dem derzeitigen Spitzenduo aus Annalena und Robert haben wir doppelte Schlagkraft und sprechen viele Wählergruppen an. Auch im Hinblick auf unsere Frauenquote und die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen ist dies essenziell.”

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Eine Kanzlerkandidatin oder einen Kanzlerkandidaten hält die Gruppe nach eigener Aussage zudem „nicht für notwendig“, weil die Grünen „schon zu viele Wahlen erlebt“ hätten, „bei denen wir in den Wahlumfragen hohe Werte hatten und dann bei den Bundestagswahlen abgestürzt sind“.

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Wörtlich heißt es in dem Brief weiter: „Personenkult tut uns nicht gut und widerspricht unseren Idealen. Deshalb sollten wir eine realistische Position vertreten und zunächst keinen Kanzlerkandidaten aufstellen – obwohl wir selbstverständlich anstreben, die stärkste Partei einer Koalitionsregierung zu werden.“

Sollte sich der Bundesvorstand anders entscheiden, müsse die Entscheidung über das Ob und Wie einer Kanzlerkandidatur bei einer Bundesdelegiertenkonferenz oder in einer Urabstimmung der grünen Basis getroffen werden.

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Der Brief ist von zwölf Mitgliedern der Unabhängigen Grünen Linken unterzeichnet, allen voran von Klemens Griesehop aus Berlin, der bei Parteitagen häufiger als Kritiker in Erscheinung tritt.

Der Politische Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, hatte zuletzt erklärt, dass die Entscheidung, ob Baerbock oder Habeck die Kanzlerkandidatur übernehme, nach Ostern getroffen werde. Die beiden Parteivorsitzenden würden die Entscheidung unter sich ausmachen.

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