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Pentagon veröffentlicht Bilder von Tötungs-Einsatz gegen IS-Chef

  • Detailreich informierte Trump über den Tod von IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi - und hatte sogar Details zu dessen mutmaßlichen emotionalen Zustand in den letzten Minuten parat.
  • Nun hat das Pentagon erstmals Fotos und Videos vom Einsatz veröffentlicht.
  • Die Operation der US-Spezialeinheiten waren vergangenen Samstag an einem geheimen Ort in Syrien begonnen.
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Washington. Nach dem Tod des Anführers der Terrormiliz Islamischer Staat, Abu Bakr al-Bagdadi, hat das Pentagon erstmals Details zu dem heiklen Einsatz im Nordwesten Syriens genannt. Am Mittwoch veröffentlichte das US-Verteidigungsministerium Fotos und Videos von der Operation gegen den IS-Chef. Zugleich warnte es vor möglichen "Vergeltungsangriffen" durch Extremisten, für die die USA aber gewappnet seien.

Der nächtliche Einsatz der US-Spezialeinheiten startete am Samstag von einem unbekannten Ort in Syrien aus, wie der Kommandeur der US-Streitkräfte im Nahen Osten, General Kenneth "Frank" McKenzie, mitteilte. Die Soldaten seien gut eine Stunde lang mit Helikoptern zum Unterschlupf Al-Bagdadis in der Provinz Idlib geflogen. Ein Video zeigt US-Luftangriffe auf mutmaßliche IS-Kämpfer, die wiederum auf die herannahenden Hubschrauber mit den US-Spezialkräften an Bord feuern.

In einem anderen Clip ist zu sehen, wie Soldaten der Sondereinheit Delta Force sich den Mauern des Gehöfts nähern, in dem sich der IS-Anführer und seine Gefolgsleute verschanzt haben. Al-Bagdadi flüchtete in einen unterirdischen Tunnel, wo er eine Sprengstoffweste zur Detonation brachte, wie McKenzie berichtete. Dabei habe der IS-Anführer zwei Kinder mit in den Tod gerissen - also ein Kind weniger als zunächst angegeben. Die getöteten Minderjährigen seien offenbar unter zwölf Jahre alt gewesen.

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Video
Details zum Angriff auf IS-Chef Al-Bagdadi
1:58 min
Das US-Militär gibt nun erstmals Details zu dem Einsatz gegen Al-Bagdadi bekannt.  © dpa

Elf Kinder blieben unversehrt

Elf weitere Kinder seien unversehrt vom Gelände gebracht worden. Vier Frauen und zwei Männer, die Sprengstoffwesten trugen und sich nicht ergeben wollten, seien vor Ort getötet worden, sagte McKenzie. Binnen 24 Stunden seien Al-Bagdadis sterbliche Überreste gemäß des Kriegsrechts auf See bestattet worden. Identifiziert worden sei er durch den Abgleich seiner DNA mit Proben, die US-Truppen 2004 nach seiner damaligen Festnahme genommen hätten.

US-Präsident Donald Trump hatte wortreich über dessen Tod berichtet und dabei auch emotional aufgeladene Details über dessen letzte Minuten genannt: Der IS-Anführer sei wie ein "Feigling" gestorben - bis zuletzt "winselnd und weinend und schreiend". Einer Reporterfrage über Trumps Darstellung wich McKenzie aus. "Er kroch mit zwei kleinen Kindern in ein Loch und jagte sich in die Luft, während seine Leute vor Ort blieben", sagte der General über Al-Bagdadi.

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Bei dem Einsatz sei auch eine "erhebliche Menge" an Unterlagen und elektronischem Material im Unterschlupf beschlagnahmt worden, sagte McKenzie. Weitere Details nannte er nicht. Nach Abschluss der Mission hätten die US-Streitkräfte das Gelände bombardiert, damit daraus kein Pilgerort zu Ehren Al-Bagdadis werden könne. "Es sieht da jetzt ungefähr wie ein Parkplatz mit riesigen Schlaglöchern aus", ergänzte McKenzie.

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Er nannte auch Details zu dem als Helden gefeierten Militärhund, der am Einsatz gegen den IS-Chef beteiligt war. Der Hund sei verletzt worden, als er im Tunnel mit Elektrokabeln in Berührung kam, nachdem der IS-Anführer seine Sprengstoffweste gezündet habe. Seit vier Jahren sei der Hund beim US-Führungskommando der Spezialkräfte und habe fast 50 Kampfmissionen hinter sich. Inzwischen sei er wieder im Dienst. Der Hund wird kommende Woche im Weißen Haus erwartet.

Zwar sei die Operation gegen Al-Bagdadi erfolgreich verlaufen, doch wäre es ein Fehler, daraus eine Zerschlagung des IS abzuleiten, sagte der General. "Sie werden eine Weile brauchen, bis sie wieder jemanden für die Führung der Organisation aufgebaut haben, und während dieser Phase könnten ihre Aktionen ein wenig uneinheitlich sein." Doch werde der IS weiter gefährlich sein. "Wir vermuten, dass sie irgend eine Art von Vergeltungsattacke versuchen werden, und wir sind darauf gefasst und vorbereitet."

RND/AP/cle

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