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Pentagon: Aus Syrien abgezogene US-Soldaten nach Westirak verlegt

  • US-Präsident Donald Trump hatte den Abzug der rund 1000 US-Soldaten aus Nordsyrien befohlen und dafür viel Kritik geerntet.
  • Nun lässt sich das Pentagon beim Truppenabzug erstmals in die Karten schauen.
  • Das Gros der Soldaten soll im Westen Iraks stationiert werden - und behält eine wichtige Aufgabe.
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Washington. Die bisher in Nordsyrien stationierten US-Truppen sollen nach Westirak verlegt werden. Dies teilte Pentagonchef Mark Esper am Samstag (Ortszeit) vor Reportern mit, die ihn auf eine Nahostreise begleiteten. Demnach soll das US-Militär weiter Operationen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausführen, um deren Wiedererstarken zu verhindern. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass die US-Truppen vom Irak aus zu Anti-Terror-Einsätzen in Syrien aufbrechen. Entsprechende Details würden aber noch ausgearbeitet.

Erstmals legte der Verteidigungsminister konkret dar, wohin die US-Truppen nach dem Rückzugsbefehl aus Syrien gehen und wie der Anti-IS-Kampf aussehen könnte. Esper ergänzte, er habe den Plan, mehr als 700 Soldaten in den Westen Iraks zu verlegen, bereits mit seinem irakischen Amtskollegen abgesprochen.

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Zwischen 200 und 300 US-Soldaten sollen im südsyrischen Stützpunkt in Al-Tanf verbleiben. Die restlichen Truppen sollen dabei helfen, den Irak zu verteidigen und gegen den IS vorzugehen, sagte Esper. Doch seien noch Änderungen am aktuellen Plan möglich. Über die weiteren Schritte bei der Anti-IS-Mission wolle er kommende Woche bei einem Nato-Treffen mit Verbündeten beraten. Mit internationalen Partnern solle im Laufe der Zeit auch erörtert werden, ob US-Sondereinheiten unilaterale Militäreinsätze gegen den IS in Syrien ausführen könnten, sagte Esper.

Trump hatte Abzug der rund 1000 US-Soldaten aus Nordsyrien befohlen

Derzeit haben die USA mehr als 5000 Soldaten im Irak - gemäß einer bilateralen Einigung. Im Jahr 2011 hatten die USA nach dem Ende der Kampfhandlungen ihre Truppen aus dem Land abgezogen. Doch zeigte das US-Militär dort wieder Präsenz, nachdem die IS-Miliz 2014 große Teile des Iraks einnahm.

US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich den Abzug der rund 1000 amerikanischen Soldaten aus Nordsyrien befohlen und sich damit massive Kritik auch aus den eigenen Reihen eingehandelt. Vielfach wurde der Vorwurf des Verrats an den syrisch-kurdischen Milizen laut, die jahrelang an der Seite der USA gegen den IS gekämpft hatten. Denn der Rückzug der US-Truppen ebnete zuletzt einer türkischen Militäroffensive gegen die syrisch-kurdischen Kämpfern den Weg. Ankara sieht Verbindungen der syrisch-kurdischen Miliz YPG zu kurdischen Untergrundkämpfern in der Türkei. Daher stuft sie die Gruppe als Terrororganisation ein.

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Diese Woche einigte sich die US-Regierung mit Ankara auf eine Feuerpause in Nordsyrien. Esper räumte ein, dass es trotz der Vereinbarung vereinzelt Kämpfe gebe. Doch scheine die Feuerpause zu halten.

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US-Vizepräsident Pence hat sich nach eigenen Angaben mit dem türkischen Präsidenten Erdogan auf eine Waffenruhe für den Nordosten Syriens verständigt.  © Reuters
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Kurden stellen Bedingung für Abzug aus Grenzregion zur Türkei

Derweil haben die Kurden in Nordsyrien eine Bedingung für einen Abzug aus der Grenzregion zur Türkei gestellt. Erst wenn Ankara die Evakuierung ihrer verbliebenen Kämpfer und Zivilisten aus der belagerten Stadt Ras al-Ajn erlaube, würden sich seine Truppen zurückziehen, erklärte Redur Chalil, ranghoher Vertreter der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), am Samstag. Die Räumung in Ras al-Ajn sei für Sonntag geplant, wenn es keine Verzögerungen gebe.

Es ist das erste Mal, dass die syrisch-kurdischen Kämpfer öffentlich einen Rückzug aus der Grenzregion bestätigten. Das Vorgehen sei mit den Amerikanern abgesprochen.

Chalil ergänzte, seine Truppen würden sich aus einem 120 Kilometer umfassenden Gebiet zwischen den Städten Ras al-Ajn und Tal-Ajbad entfernen - aber nur wenn die Türkei der Bedingung folge. Dann würden sich seine Kämpfer zudem 30 Kilometer von der Grenze wegbewegen.

RND/AP

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