Pegida-Gründer Lutz Bachmann will AfD-Mitglied werden

  • Der Flügelkampf innerhalb der AfD wird um eine Personalie reicher.
  • Der Chef der islamfeindlichen Pegida-Bewegung, Lutz Bachmann, will Mitglied der Partei werden.
  • AfD-Chef Jörg Meuthen rechnet mit einer Ablehnung durch den Bundesvorstand.
Anzeige
Anzeige

Dresden. Der Gründer und Chef der islamfeindlichen Pegida-Bewegung in Dresden will Mitglied der AfD werden. Das berichten die “Dresdner Neuesten Nachrichten” unter Berufung auf einen Facebook-Post Bachmanns. Dort kündigte Bachmann an, einen Antrag zur Aufnahme in die Partei zu stellen. Zu sehen ist auch ein bereits ausgefülltes Onlineformular auf der Seite der sächsischen AfD. Der Dresdner AfD-Kreisvorsitzende André Wendt teilte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mit, es sei noch kein Antrag von Bachmann eingegangen.

Warum er gerade jetzt in die AfD eintreten will, erklärte Lutz Bachmann nicht. “Wenn es dafür notwendig ist, als Vorsitzender von Pegida zurückzutreten, werde ich es tun und in Zukunft als Gastredner – das Recht habe ich ja wohl – auftreten”, schrieb er auf Facebook lediglich. Schließlich, so seine Sicht, sei es ja “eine Partei der Basisdemokratie”.

Nahe liegt, dass Bachmann sich durch seinen Aufnahmeantrag in den derzeit stattfindenden Machtkampf in der Partei einmischen will. Der Bundesvorstand der AfD hatte am 15. Mai mehrheitlich beschlossen, die Parteimitgliedschaft des Brandenburger Landeschefs Andreas Kalbitz zu annullieren. Der Vertreter der Parteirechten habe bei seinem Parteieintritt die vorherige Mitgliedschaft in rechtsextremen Organisationen verschwiegen. Mehrere prominente AfD-Politiker sprachen sich jedoch gegen den Ausschluss Kalbitz’ aus.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Meuthen rechnet mit Ablehnung Bachmanns

Anzeige

Der AfD-Kreisverband Dresden gilt als Pegida-nah. Eine formelle Zusammenarbeit zwischen AfD und Pegida scheiterte immer an der Personalie Bachmann – mit einem mehrfach Vorbestraften wollte die AfD-Spitze nicht zusammenarbeiten. Landes- und Bundesvorstand hätten ein Vetorecht.

AfD-Chef Jörg Meuthen deutete gegenüber dem RND an, dass er mit einer Ablehnung im Bundesvorstand rechne: “Ich kann Beschlüssen des BuVo nicht vorgreifen. Ich weiß allerdings, wie ich votieren werde, sollte es tatsächlich dazu kommen. Und ich glaube nicht, dass eine Mehrheit des Bundesvorstands da anders votierte.” Bachmann hatte Meuthen kürzlich als “Verräter” bezeichnet.

RND/DNN/jps/feh

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen