Martin Sonneborn lobt Böhmermanns SPD-Bewerbung

  • Wie es ist, wenn Satiriker in die Politik gehen, weiß keiner so gut wie Ex-"Titanic"-Chef Martin Sonneborn.
  • Vor 15 Jahren gründete er die satirische “PARTEI" mit - seit 2014 sitzt er für sie im EU-Parlament.
  • Dass sein Kollege Jan Böhmermann nun die SPD retten will, lobt er gegenüber dem RND - hat aber seine Zweifel.
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Berlin. Der Vorsitzende und Europa-Abgeordnete der "Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative" (PARTEI), Martin Sonneborn, ist zwar gerade auf diplomatischer Mission in der kaukasischen Konfliktregion Bergkarabach unterwegs. Vom Versuch seines Satiriker-Kollegen Jan Böhmermann, die SPD zu übernehmen, hat er aber auch dort etwas mitbekommen. Und obwohl Böhmermann damit sein direkter Konkurrent würde, lobt Sonneborn die Aktion.

"Böhmermanns Schritt begrüße ich", erklärte Sonneborn am Freitag dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), "unter Olaf Scholz (angeblich Sozialdemokrat) hätte die SPD keine Chance mehr."

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Jan Böhmermann: Ich möchte Vorsitzender der SPD werden
1:20 min
Satiriker Jan Böhmermann will nach eigenen Worten SPD-Chef werden. Willy Brandt sei ihm im Traum erschienen. Alles nur ein Witz?
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Sonneborn: "Die SPD ist nicht reformierbar"

Was die Erfolgsaussichten angeht, äußerte sich der Vorsitzende der satirischen „PARTEI“ und frühere „Titanic“-Chefredakteur allerdings skeptisch. „Ich habe auf Anfragen der Medien bezüglich einer Übernahme der SPD immer abgewunken“, erklärte er. „Die SPD ist nicht reformierbar.“

Sonneborn hatte 2004 zu den Gründern der „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“ (PARTEI) gehört und sitzt seit 2014 für sie im Europa-Parlament. Der TV-Satiriker Jan Böhmermann hatte in seiner ZDF-Neo-Sendung am Donnerstagabend angekündigt, sich für den Vorsitz der SPD zu bewerben. Am Freitag behauptete er, bereits vier der fünf nötigen Unterbezirke hinter sich zu haben.

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Böhmermann und Sonneborn haben schon gegenseitige Sympathie erkennen lassen. Als etwa im Juni ganz Deutschland den Schlagabtausch zwischen dem YouTuber Rezo und der CDU verfolgte, besuchte Sonneborn mit seinem PARTEI-Freund Nico Semsrott Böhmermanns ZDF-Neo-Studio, als Rezo dort zu Gast war - und twitterte anschließend ein Gruppenfoto als freundlichen Gruß an die CDU.

Vor genau einem Jahr hatten Sonneborn und Böhmermann dem SZ-Magazin ein gemeinsames Interview gegeben, das eine fast identische Haltung zu ihrem Umgang mit der Politik zeigte - Motto: "Satire ist Notwehr". Spaß könne Dinge zwar nicht heilen, erklärten sie, "aber erträglicher machen, was eigentlich nicht zu ertragen ist". Ob es die SPD mit Böhmermanns aktuellem Spaß genauso sieht, darf bezweifelt werden.

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Steven Geyer/RND

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