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Paritätischer Wohlfahrts­verband sieht sich von Immobilien­wirtschaft missbraucht

  • Der Paritätische Wohlfahrts­verband wirft der Immobilien­wirtschaft Missbrauch vor.
  • Sie nenne bei Modernisierungs­maßnahmen Einkommens­grenzen für Härte­fälle, die angeblich von dem Verband stammten.
  • Das stimme aber gar nicht und sei außerdem nicht sozial.
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Berlin. Der Paritätische Gesamtverband sieht sich von der Immobilien­wirtschaft zu Unrecht für eigene Zwecke missbraucht. Das ergibt sich aus einem Brief des Haupt­geschäftsführers Ulrich Schneider an den Vorstands­vorsitzenden der LEG Immobilien AG, Lars von Lackum, der dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Darin beklagt er sich über einen „Orientierungs­leitfaden für das Härtefall­management“ bei Modernisierungs­maßnahmen des Unternehmens, in dem unter anderem Einkommens­grenzen für die Feststellung eines wirtschaftlichen Härte­falls fest­gelegt würden, der Miet­erhöhungen ausschließe. Diese lägen laut LEG, der sich dabei auf den Paritätischen Gesamt­verband beruft, für Allein­stehende beziehungsweise Allein­erziehende bei 644 Euro.

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Die Vonovia Kunden­service GmbH berufe sich in einem Schreiben an einen Dortmunder Mieter­verein ebenfalls zu Unrecht auf vermeintliche „Vorgaben des Paritätischen Wohlfahrts­verbandes, im Rahmen derer festgelegt wurde, dass in einem Einpersonen­haushalt nach Abzug der Brutto­warmmiete noch mindestens 644 Euro zur Bestreitung des Lebens­unterhaltes verbleiben sollen“.

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Schneider schreibt nun: „Der Paritätische Wohlfahrts­verband hat zu keinem Zeitpunkt irgendwelche ‚Vorgaben‘ bezüglich der Bewertung von Härte­fällen bei Miet­erhöhungen im Zuge von Modernisierungs­maßnahmen gemacht. Ihre Aussagen lassen dagegen das Bestreben deutlich werden, dass die Mieten im Zweifels­falle so weit angehoben werden können, bis den Mietern lediglich noch das Allernotwendigste verbleibt und die Armuts­grenze erreicht ist.“ Das sei „eine unsoziale Haltung“. Dahinter stecke im Übrigen „der Versuch, unseren guten Namen für Ihre Zwecke zu vereinnahmen, wogegen wir uns strikt verwahren“.

Schneider fordert von Lackum auf, das zu unterlassen.

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