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Papst mahnt bei Irak-Besuch: „Niemand darf als Bürger zweiter Klasse angesehen werden“

  • Mehr als eine halbe Millionen Christen haben den Irak in den zurückliegenden Jahren verlassen.
  • Jetzt ist Papst Franziskus als erstes katholisches Kirchenoberhaupt in das Land gereist.
  • Er appelliert an die Gemeinsamkeiten der Religionen.
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Bagdad. Zum Auftakt seines Irak-Besuchs hat Papst Franziskus die Regierung des Landes aufgerufen, allen religiösen Gruppen des Landes Rechte und Schutz zu gewähren. Er schätze die Anstrengungen, die unternommen worden seien, sagte Franziskus am Freitag bei einem Empfang mit Staatschef Barham Salih. Es sei von entscheidender Notwendigkeit, alle politischen, sozialen und religiösen Gruppen zu beteiligen und die Grundrechte aller zu garantieren. „Niemand darf als Bürger zweiter Klasse angesehen werden“, erklärte der Papst.

Staatschef Salih sagte, die Reise sei Beweis für die Sorge des Papstes um das Land. „Ihre Anwesenheit erfüllt die Iraker mit Stolz.“ Christen in der Region hätten viel Leid erfahren und Krisen erlebt, die sie zur Auswanderung gezwungen haben, erklärte er weiter. Ohne Christen sei die Region aber nicht vorstellbar. Ein Erfolg werde sich erst dann einstellen, wenn eine Rückwanderung ohne Zwang beginne.

Christen verlassen den Irak

Es ist der erste Besuch eines Oberhaupts der katholischen Kirche im Irak. Er sei dankbar, dass dieser lang erwartete und ersehnte Besuch möglich sei, erklärte Franziskus. Zugleich appellierte er an die Gemeinsamkeit der Religionen. „Gott lasse uns als Brüder und Schwestern gemeinsam unterwegs sein“, sagte er.

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Die oft verfolgte christliche Gemeinde im überwiegend muslimischen Irak ist in den vergangenen Jahrzehnten stark geschrumpft. Vor allem in den vom IS kontrollierten Gebieten litten Christen und andere Minderheiten. Einst lebten mehr als eine Millionen Christen in dem Land. Heute sind es nach Schätzungen noch 250.000 bis 400.000.

RND/dpa

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