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Training soll 40 Tage dauern

Feuern und weg - Ukrainische Soldaten werden an der Panzerhaubitze 2000 ausgebildet

Bundeswehr-Soldaten nehmen mit der Panzerhaubitze 2000 an einer Nato-Militärübung in Munster teil. (Symbolbild)

Berlin. Die Bundeswehr hat mit der Ausbildung ukrainischer Soldaten an der Panzerhaubitze 2000 begonnen. Für die deutsch-niederländische Waffenlieferung an das von Russland angegriffene Land würden insgesamt 18 Besatzungen trainiert, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin am Mittwoch mit.

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Die ukrainischen Soldaten, Techniker und Helfer - insgesamt knapp 100 Menschen - waren am Vorabend in einem Transportflugzeug A400M der Bundeswehr auf dem Flughafen Zweibrücken gelandet und zur Artillerieschule in Idar-Oberstein gebracht worden. Nach früheren Angaben soll die Ausbildung etwa 40 Tage dauern, abhängig vom Kenntnisstand der Soldaten auch weniger. Sie müssen lernen, die Panzerhaubitze zu fahren, mit ihr zu schießen und Störungen im Betrieb zu beseitigen.

Lambrecht: Wir entsenden keine Soldaten

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht sagte im ZDF-„Mittagsmagazin“, mit dem Training und den Waffenlieferungen werde Deutschland nicht zur Kriegspartei. „Wir bilden hier aus, ja, aber wir entsenden natürlich keine Soldaten“, sagte die SPD-Politikerin dazu. Keinen Schritt hin zur Kriegspartei zu machen, sei der Bundesregierung sehr wichtig.

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Zur Verteidigung gegen den russischen Angriff wollen Deutschland und die Niederlande der Ukraine insgesamt zwölf Panzerhaubitzen übergeben. Sie werden jeweils von fünf Soldaten bedient. Die Zahl der für die Schulung vorgesehenen Soldaten beträgt demnach mehr als 60. Dazu kommen technische Fachleute sowie Übersetzer.

„Eines der modernsten Artilleriegeschütze weltweit“

Die Panzerhaubitze 2000 - eine fahrbare Hightech-Kanone auf Ketten, ähnlich einem Panzer - wird von der Bundeswehr als eines der modernsten Artilleriegeschütze weltweit bezeichnet. „Ihre Stärke liegt in ihrer Präzision und in ihrer großen Kampfentfernung“, heißt es. Die Geschütze können über 30 oder 40 Kilometer punktgenau treffen und dann umgehend vom Abschussort weggefahren werden. So kann sich die Besatzung in dem Waffensystem einem möglichen Gegenangriff mit schnellem Stellungswechsel entziehen - nach dem Prinzip: feuern und weg. Die Haubitze wiegt 60 Tonnen und kann mit einer Tankfüllung 400 Kilometer Straßenstrecke zurücklegen.

Praktiker erklären, dass die ukrainischen Truppen damit in Verbindung mit Aufklärungsergebnissen erhebliche Wirkungstreffer auf größere Entfernung erzielen könne. Befürworter von Lieferungen verweisen darauf, dass sich im Ukraine-Krieg Europas künftige Ordnung entscheiden könne. Ein russischer Sieg müsse deshalb verhindert werden. Andere warnen davor, dass Deutschland mit solchen Lieferungen in den Krieg hineingezogen werden könnte.

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Deutschland und westliche Verbündete haben die Panzerhaubitze 2000 bereits in Afghanistan eingesetzt. Die Verwendung in der Ukraine wäre der erste große Kampfeinsatz in einem Krieg mit Fronten und dem Gefecht mechanisierter Großverbände.

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Begrenzt sind nach jahrelangem Sparkurs in Deutschland die Munitionsvorräte sowie Kapazitäten der deutschen Rüstungsindustrie zur Munitionsherstellung. Das wird - zumindest zunächst - auch zu Beschränkungen bei Munitionslieferungen an die Ukraine führen, die aber mehrere Tausend Artilleriegeschosse erhalten soll.

Um die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine gab es in Deutschland lange Streit. Der Bundestag verabschiedete dazu schließlich einen gemeinsamen Antrag der regierenden Ampel-Parteien und der CDU/CSU-Opposition.

Wiederholt gab es international Berichte, wonach Aufklärungsergebnisse westlicher Staaten an die ukrainischen Streitkräfte weitergegeben werden. Präzise Daten zum Standort russischer Einheiten und Waffen können die Schlagkraft ukrainischer Militärkräfte erhöhen, sofern sie über weit reichende und genau treffende Waffensysteme zur Bekämpfung verfügen.

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Eine komplizierte Aufgabe wird der Transport der Panzerhaubitzen in die Ukraine, wo das Empfängerland von der eigenen Staatsgrenze an die Verantwortung übernimmt. Dabei gilt es, mögliche russische Angriffe zu vermeiden, denn Moskau hat wiederholt angekündigt, westliche Waffenlieferungen gezielt zerstören zu wollen. Dabei müssen die russischen Streitkräfte vor allem auf Raketenangriffe auf ruhende Ziele setzen, da sich russische Kampfflugzeuge über dem Westen der Ukraine nicht ungefährdet bewegen können.

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RND/dpa

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