Ankündigung noch in dieser Woche?

Berichte: US-Präsident Biden will Ukraine Abrams-Kampfpanzer liefern – Abkommen mit Deutschland geplant

ARCHIV - 13.07.2022, Bayern, Grafenwöhr: Panzer des Typs M1A2 Abrams stehen auf dem Gelände der 1. Brigade der 3. Infanterie-Division (Raider Brigade) bei den US-Streitkräften in Grafenwöhr. (zur Panzerdebatte für die Ukraine) Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

ARCHIV - 13.07.2022, Bayern, Grafenwöhr: Panzer des Typs M1A2 Abrams stehen auf dem Gelände der 1. Brigade der 3. Infanterie-Division (Raider Brigade) bei den US-Streitkräften in Grafenwöhr. (zur Panzerdebatte für die Ukraine) Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In den Streit um die Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine kommt Bewegung. Einem Medienbericht zufolge ist US-Präsident Joe Biden bereit, rund zehn Kampfpanzer vom Typ Abrams an die Ukraine zu liefern. Das berichtet „Sky News Arabia“ unter Berufung auf US-Beamte im Pentagon. Demnach wolle man „Druck auf Berlin ausüben“, damit die deutsche Bundesregierung ihre Blockade bei der Lieferung von Leopard-Panzern aufgebe.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Deutschland müsse „aufhören, stur zu sein“ und die Panzer an die Ukraine liefern, hieß es. Der Pentagon-Beamte sagte Sky News Arabia, dass die ukrainischen Streitkräfte seiner Einschätzung nach etwa 500 Panzer benötigen, um die nächsten Angriffe Russlands abzuwehren.

WSJ: „beträchtliche Anzahl“ Abrams-Kampfpanzer

Ähnlich äußerten sich US-Beamte gegenüber dem „Wall Street Journal“ (WSJ). Demnach plant die Biden-Administration jedoch gleich „eine beträchtliche Anzahl“ von Abrams-Panzern in die Ukraine zu schicken. Eine konkrete Zahl wird nicht genannt. Eine entsprechende Ankündigung der Lieferungen könnte aber noch in dieser Woche erfolgen, so die Beamten gegenüber der US-Zeitung. Die Entscheidung sei Teil eines diplomatischen Abkommens mit Deutschland, in dem sich Berlin bereit erklärt habe, eine „kleinere“ Anzahl seiner Leopard-Panzer an die Ukraine zu liefern und anderen Staaten den Export von in Deutschland hergestellten Panzern zu erlauben.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Polen und Finnland hatten sich öffentlich bereit erklärt, gemeinsam mit anderen Staaten Leopard-Panzer an die Ukraine zu liefern, sofern Deutschland zustimmt. Zuletzt hatte Polen erwogen, die Panzer ohne grünes Licht aus Deutschland zu liefern. Laut Sky sind insgesamt zwölf Länder bereit, Leopard-Panzer an die Ukraine zu liefern. Neben Polen und Finnland sind das unter anderem Spanien, die Niederlande und Dänemark.

Bislang sind keine Kampfpanzer westlicher Bauart zur Verteidigung gegen den russischen Vernichtungskrieg in die Ukraine geliefert worden. Großbritannien hatte allerdings 14 Challenger-Panzer zugesagt.

Leopard-Panzer aus Industrie- oder Bundeswehrbeständen

Zuletzt hatte es Berichte gegeben, wonach Scholz die Lieferung des US-Kampfpanzers zur Bedingung für eine mögliche Entsendung deutscher Kampfpanzer gemacht habe. Der neue Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte jedoch auch nach Aussage seines US-Kollegen Lloyd Austin klargemacht, dass es einen solchen Zusammenhang nicht gebe. Trotz erheblichen Drucks aus der Ukraine und von Partnerstaaten hat die Bundesregierung noch keine Entscheidung zur Lieferung von Leopard-Kampfpanzern an Kiew getroffen. Diskutiert werden die Lieferung von Leopard-Kampfpanzern aus Bundeswehr- und Industriebeständen sowie die Erteilung von Exportgenehmigungen für die Lieferung von Leopard-Panzern aus anderen Ländern an die Ukraine.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Polen beantragt Genehmigung für Leopard-Lieferung

Polen hat die Bundesregierung um eine Genehmigung für die Lieferung der in Deutschland hergestellten Leopard-Kampfpanzer an die Ukraine gebeten.

Die USA hatten bisher betont, die Bereitstellung des Abrams-Panzers aus praktischen Gründen nicht für sinnvoll zu halten. Die US-Panzer müssten über den Atlantik transportiert werden, die Instandhaltung sei aufwendiger, und sie verbrauchten zu viel Treibstoff, hieß es bisher aus dem Pentagon. Laut dem WSJ-Bericht habe es schon am 17. Januar ein Telefonat zwischen Scholz und Biden gegeben, bei dem Biden seine Position änderte und die Lieferung von Abrams in Erwägung zog.

US-Politiker für mindestens symbolische Abrams-Lieferung

Ranghohe Außenpolitiker im US-Kongress hatten sich zuletzt für die Lieferung von amerikanischen Abrams-Panzern an die Ukraine ausgesprochen, um damit im Streit um die Leopard-2-Panzer für Bewegung in Berlin zu sorgen. „Was ich höre, ist, dass Deutschland darauf wartet, dass wir die Führungsrolle übernehmen“, sagte der republikanische Vorsitzende im Auswärtigen Ausschuss des US-Repräsentantenhauses, Michael McCaul, dem Sender ABC. In der Sendung „This Week on Sunday“ prophezeite er, dass die Ankündigung der Lieferung von nur einem Abrams-Panzer die Bundesregierung dazu bewegen würde, mit den viel geeigneteren Leopard-2-Panzern nachzuziehen.

Der überparteiliche Druck auf die Biden-Regierung wächst, durch eine – zumindest symbolische – Bereitstellung amerikanischer Abrams-Panzer den Weg für die Leopard-2-Panzer freizumachen. „Wir müssen den Knoten durchschlagen“, forderte Richard Blumenthal, der demokratische Senator von Connecticut.

Der demokratische Senator Chris Coons, der in der zweiten Kongresskammer dem Auswärtigen Ausschuss angehört, rief ebenfalls zur Lieferung von Abrams-Panzern auf und mahnte zur Eile. „Ich habe die Sorge, dass Russland wieder aufrüstet und sich auf eine Frühlingsoffensive vorbereitet.“ Wenn es nötig sei, einige Abrams-Panzer zu liefern, um damit den Weg für die Leopard-Panzer aus Deutschland, Polen und von anderen Verbündeten freizumachen, sei er dafür, sagte Coons.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

mit AP

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Top Themen

Krieg in der Ukraine
 

Letzte Meldungen