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Palästinenser lassen Vereinbarung zum Impfstoff-Tausch mit Israel platzen

  • Israel wollte rund eine Million Impfdosen an Palästina übergeben - und dafür im Gegenzug im September und Oktober Impfstoff von der Autonomiebehörde bekommen.
  • Die Auslieferung hatte bereits begonnen.
  • Doch nun lehnt die Palästinensische Autonomiebehörde die Vakzine kurzerhand ab.
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Jerusalem. Die Palästinenser haben eine Vereinbarung mit Israel über den Austausch von Corona-Impfstoffen nach wenigen Stunden aufgekündigt. Die Palästinensische Autonomiebehörde erklärte am Freitag, die Vakzine, mit deren Auslieferung ins Westjordanland bereits begonnen wurde, seien zu kurz vor ihrem Verfallsdatum und entsprächen nicht dem Standard. Israel wollte etwa eine Million Impfdosen an die Autonomiebehörde übergeben. Die Autonomiebehörde sollte dann im September und Oktober eine etwa gleich große Anzahl von Impfstoffen an Israel abgeben.

Israel hatte bei der Bekanntgabe der Vereinbarung erklärt, die Vakzine von Biontech und Pfizer „näherten sich dem Ablaufdatum“, aber keine Einzelheiten genannt. Palästinensische Vertreter wurden kurz darauf in den sozialen Medien scharf kritisiert. Ihnen wurde vorgeworfen, sie hätten mangelhafte Impfstoffe akzeptiert, die möglicherweise nicht wirksam seien.

100.00 Dosen bereits geliefert

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Israel erklärte, die ersten 100.000 Dosen seien bereits geliefert worden. Möglicherweise könnten auf diese Weise sogar 1,4 Millionen Dosen ausgetauscht werden. „Wir werden weiter wirkungsvolle Wege finden, zum Vorteil der Menschen in der Region zusammenzuarbeiten“, twitterte der israelische Außenminister Jair Lapid.

Die Autonomiebehörde stellte die Übereinkunft anders dar. Man habe kein Abkommen mit Israel geschlossen, sondern mit Pfizer, sagte Gesundheitsministerin Mai Alkaila nach Angaben der Nachrichtenagentur Wafa. Pfizer habe das Prozedere vorgeschlagen, um die Lieferung von vier Millionen Dosen zu beschleunigen, die die Autonomiebehörde bereits bezahlt habe.

Mehr als 85 Prozent der israelischen Bevölkerung geimpft

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Israel hat eine der weltweit erfolgreichsten Impfkampagnen gegen das Virus durchgezogen, mehr als 85 Prozent seiner Bevölkerung geimpft und diese Woche einen großen Teil der Kontaktbeschränkungen aufgehoben. Es hat Impfstoffe für die mehr als 100.000 Palästinenser angeboten, die im Westjordanland oder Ostjerusalem leben und in Israel arbeiten. In den Gazastreifen, wo die militant-islamistische Hamas regiert, will es erst liefern, wenn zwei dort gefangene israelische Soldaten freikommen.

Menschenrechtsgruppen und viele Palästinenser sehen eine Verantwortung Israels für die Impfung der rund 4,5 Millionen Palästinenser in Westjordanland und Gazastreifen. Israel argumentiert, dass es laut den vorläufigen Friedensverträgen mit den Palästinensern nicht für die Gesundheit in deren Autonomiegebieten verantwortlich sei.

Bis Mitte Juni waren im Westjordanland etwa 380 000 Palästinenser geimpft und rund 50 000 im Gazastreifen.

RND/AP

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