Özdemir: E-Autos allein lösen Verkehrsinfarkt nicht

  • Bundesregierung und Autoindustrie haben sich beim “Autogipfel” darauf geeinigt, die Kaufprämie für E-Autos zu erhöhen.
  • Grünen-Politiker Cem Özdemir warnt jedoch vor unrealistischen Hoffnungen.
  • Das Problem eines Verkehrsinfarkts sieht er mit Elektroautos allein nicht gelöst.
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Berlin. Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hat vor überzogenen Erwartungen an mehr Elektroautos auf Deutschlands Straßen gewarnt. "Verkehrswende heißt nicht, dass wir 47 Million fossile Verbrenner durch 47 Million Elektromobile ersetzen", sagte der Vorsitzende des Bundestagsverkehrsausschusses am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Dann haben wir zwar weniger Abgase, weniger Lärm in den Innenstädten, aber das Problem mit dem Verkehrsinfarkt ist nicht gelöst." Stattdessen müsse man mehr auf geteilte Autos, den öffentlichen Nahverkehr und das Fahrrad setzen.

Bundesregierung und Autoindustrie hatten am Montagabend vereinbart, die Kaufprämie für Elektroautos zu erhöhen und deutlich mehr Ladesäulen aufzustellen. "Wir subventionieren mit sieben Milliarden das Diesel-Privileg und auf der anderen Seite subventionieren wir die Elektromobilität", sagte Özdemir, der sich zuletzt Morddrohungen ausgesetzt sah. "Die Vergangenheit und die Zukunft zeitgleich subventionieren - das hat noch nirgendwo funktioniert."

Bundesregierung und Autoindustrie wollen Verkauf von E-Autos steigern

Mit den höheren Kaufprämien soll der Verkauf von E-Fahrzeugen angekurbelt werden. Zwar steigen die Neuzulassungen, aber auf einem immer noch niedrigen Niveau. Die Autohersteller wollen in den kommenden Monaten und Jahren zahlreiche E-Autos auf den Markt bringen, auch im Massenmarkt.

Auf dem "Autogipfel" ging es neben der Kaufprämie auch darum, den Aufbau eines flächendeckenden Netzes an Ladestationen für E-Autos zu beschleunigen. Dies gilt als zentrale Voraussetzung für den Erfolg der Elektromobilität.

Neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nahmen mehrere Bundesminister und Ministerpräsidenten teil, dazu die Chefs des Autoverbandes VDA sowie von Autoherstellern, Zulieferern und Gewerkschaften.

RND/dpa