Ostlöhne noch immer knapp 1000 Euro niedriger als im Westen

  • Auch 31 Jahre nach der Wiedervereinigung verdienen die Deutschen in Ost und West nicht gleich viel.
  • Wie die Antwort auf eine Anfrage der Linken ergab, beträgt die Lohnlücke noch immer 997 Euro im Monat. Dass sich die Löhne leicht angenähert haben, lag vor allem an Einbußen im Westen – durch Corona.
  • Linksfraktionschef Dietmar Bartsch fordert von der nächsten Bundesregierung, die Ursachen anzugehen.
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Berlin. Ostdeutsche verdienen im Monat noch immer 997 Euro brutto weniger als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den westdeutschen Bundesländern. Das geht aus einer Antwort des Statistischen Bundesamtes auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Damit hat sich die Lohnlücke zwischen Ost und West im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 zwar verkleinert, als die Bruttolöhne im Osten noch 1085 Euro geringer waren als im Westen. Allerdings geht das kaum auf Lohnsteigerungen in Ostdeutschland zurück, sondern vor allem auf Lohnverluste im Westen durch die Corona-Pandemie.

Westlöhne durch Corona um 40 Euro gesunken

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So betrug der Durchschnittslohn vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im Westen 2019 noch 4546 Euro und 2020 nun 4506 Euro. In den ostdeutschen Ländern stieg er leicht von 3461 Euro im Jahr 2019 auf 3509 Euro.

Die Linke rief die nächste Bundesregierung auf, die Lohnangleichung zwischen Ost und West zum Schwerpunkt ihrer Arbeit machen. „Die Unterschiede sind immer noch gravierend und völlig inakzeptabel“, sagte ihr Fraktions­vorsitzender im Bundestag, Dietmar Bartsch, dem RND. Ziel müsse eine völlige Lohnangleichung bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode sein. „Dafür muss eine Lohnlücke von rund 1000 Euro brutto im Monat geschlossen werden“, so Bartsch. „Entscheidend dafür ist, dass Lohndumping und Billigjobs, die im Osten mehr verbreitet sind, beendet werden.“

Eine Bundesregierung mit Beteiligung der Linken müsste den Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ zu ihrer Leitlinie machen, sagte Bartsch dem RND.

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