Opposition fordert Aufklärung von Ex-Wirecard-Chef Braun

  • An diesem Donnerstag muss Markus Braun vor dem Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestages aussagen.
  • Die Opposition will den ehemaligen Chef des insolventen Finanzdienstleisters zur Rolle der Finanzaufsicht befragen.
  • Und auch die Kontakte zur Bundesregierung dürften eine Rolle spielen.
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Berlin. Vor der Befragung von Ex-Wirecard-Chef Markus Braun im Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags haben Politiker von Grünen und FDP Aufklärung von dem inhaftierten ehemaligen Spitzenmanager gefordert. „Herr Braun ist den vielen geschädigten Anlegern und der Öffentlichkeit einige Antworten schuldig. Sein persönliches Erscheinen vor dem Untersuchungsausschuss ist da das Mindeste“, sagte die finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Lisa Paus, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Ich erwarte, dass er zur Aufklärung der politischen und behördlichen Verantwortung beiträgt. Er sollte sich auch zu seinem Gespräch mit Staatssekretär Kukies äußern“, so Paus weiter. „Auch zum Lobbying im Kanzleramt sollte Herr Braun Hintergründe liefern.“

Florian Toncar, finanzpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, sagte: „Markus Braun wird sich seiner Verantwortung stellen müssen. Er ist einer der zentralen Zeugen, den wir ganz bewusst an den Anfang der Beweisaufnahme gestellt haben. Ohne eine umfassende Befragung von Braun kann die öffentliche Aufarbeitung nicht gelingen.“

Auch wenn Braun sich nicht zu Tatvorwürfen gegen seine eigene Person äußern müsse, werde man ihn genau zu den politischen Verbindungen von Wirecard befragen. „Vielleicht erhellt sich dadurch auch, warum Wirecard von den Aufsehern so auffallend schonend behandelt wurde“, so Toncar.

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Braun wollte nicht persönlich aussagen

Markus Braun, früherer Chef des Skandalunternehmens Wirecard, soll am Donnerstag ab 13 Uhr im Untersuchungsausschuss des Bundestags zu dem Bilanzbetrug aussagen. Dass er sich zu den konkreten Betrugsvorwürfen der Staatsanwaltschaft äußert, wird als eher unwahrscheinlich eingeschätzt. Zeugen müssen sich nicht selbst belasten. Braun gilt als einer der Hauptverantwortlichen für Betrugsskandal, bei dem Wirecard über Jahre Scheingeschäfte in Milliardenhöhe verbucht haben soll.

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Der Ausschuss will aufdecken, ob das deutsche Fintech-Unternehmen als aufstrebender Börsenstar von den Aufsichtsbehörden trotz Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten mit Samthandschuhen angefasst wurde. Dabei geht es auch um Versäumnisse der Politik, weshalb die Kontakte Brauns relevant sein könnten.

Der Ex-Manager, der in Bayern in Untersuchungshaft sitzt, wollte ursprünglich nicht persönlich vor dem Ausschuss in Berlin erscheinen, sondern per Video aussagen. Der Bundesgerichtshof gab diesen Anträgen jedoch nicht statt. Braun wird nun mindestens zwei Nächte in einem Berliner Gefängnis verbringen müssen.

RND mit dpa

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