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Online-Marktplatz für Waffen ausgehoben – Tätern drohen 15 Jahre Haft

Drogen, Spionageprogramme, gestohlene Daten - im Darknet kann man solche illegalen Waren kaufen. Eine der weltweit größten Handelsplattformen haben Ermittler nun ausgehoben. In einer Pressekonferenz haben sie über den Ermittlungsstand informiert. Alles Wichtige im Blog.

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Frankfurt/Main. Ermittlern aus Europa und den USA ist gemeinsam ein Schlag gegen den Handel mit illegalen Waren im Internet gelungen.

Die Fakten zur Lage in Kürze:

Ermittler haben in Deutschland drei Männer festgenommen, die im Darknet kriminelle Geschäfte ermöglicht haben sollen. Seit März hatten Ermittler die drei Deutschen im Visier.

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– Sie hatten den Online-Marktplatz in den Wartungsmodus geschaltet und sich selbst Geld überwiesen.

– „Bei dem Online-Marktplatz „Wall Street Market“ handelte es sich um die weltweit zweitgrößte kriminelle Handelsplattform, über die insbesondere Drogen, ausgespähte Daten, gefälschte Dokumente und Schadsoftware gehandelt wurden“, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Freitag.

– Den Tätern drohen 15 Jahre Haft.

– Ermittler in den USA, Niederlanden und Deutschland fahnden nach weiteren Tätern, die über die Plattform illegale Ware verkauft haben.

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Sehen Sie hier noch einmal die Pressekonferenz im Livestream:

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Alle wichtigen Informationen im Blog:

+++ 12:55 Uhr: Tätern drohen bis zu 15 Jahre Haft +++

Den mutmaßlichen Betreibern des kriminellen Darknet-Marktplatzes „Wall Street Market“ drohen in Deutschland bis zu 15 Jahre Haft. Das sagte der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT), Georg Ungefuk.

Den drei festgenommenen Männern werde die gewerbsmäßige Verschaffung einer Gelegenheit zur unbefugten Abgabe von Betäubungsmitteln vorgeworfen, was eine Form der Beihilfe sei.

+++ 12.45 Uhr: Gesetzesentwurf für Straftatbestand +++

Es gebe in Deutschland derzeit keinen eigenen Straftatbestand für das Betreiben illegaler Handelsplattformen im Internet. In Hessen und Nordrhein-Westfalen gibt es aber bereits einen Gesetzesentwurf. Das würde die Ermittlungen in dem Bereich deutlich leichter und schlagkräftiger machen, sagt Ungefuk.

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+++ 12.40 Uhr: Infrastruktur hauptsächlich in den Niederlanden +++

Infrastruktur befand sich in den Niederlanden hauptsächlich, außerdem in Deutschland und Rumänien. Hauptsächlich wurden Drogen über den Markt verkauft (über 60 Prozent), außerdem gefälschte Dokumente und erspähte Daten.

+++ 12.37 Uhr: Größte oder zweitgrößte Plattform? +++

Ob es sich nicht vielleicht doch um die größte Plattform handele, könne man erst nach Abschluss der Ermittlungen sagen. Es gebe aber definitiv eine zweite Darknet-Plattform in einer vergleichbaren Größenordnung.

+++ 12.35 Uhr: Gewinne werden noch ausgewertet +++

Georg Ungefuk verweist auf weitere laufende Ermittlungen bezüglich der Gewinne, die über die Darknet-Plattform erzielt wurden.

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Es handele sich aber um einen Betrag in Millionenhöhe. Eine verlässliche Zahl der Krypto-Währungs-Beträge stünde erst nach der Auswertung der sichergestellten Datenträger fest.

+++ 12:28 Uhr: „Kein Täter ist vor Strafverfolgung sicher“ +++

Holger Münch, Leiter des Bundeskriminalamtes, stellt den Ausbau der Cybercrime-Abteilung in Aussicht. „Wir haben gezeigt, der Cyberraum ist kein straffreier Raum“, sagt Münch.

Er fordert unterdessen die Schaffung eines Tatbestandes, der über den gegebenen hinaus geht. „Die Botschaft muss sein: Kein Täter ist vor Strafverfolgung sicher.“

+++ 12:13 Uhr: 200 niederländische Händler identifiziert +++

Andy Kraag, Polizeipräsident aus den Niederlanden, spricht. Er sagt, seit 2016 habe das Darknet-Team daran gearbeitet, die Plattform zu zerschlagen. Er erinnert an einen ersten Erfolg im Jahr 2017 – dem Aufdecken der Onlineplattform Hansamarkets.

In diesem Fall sei es gelungen, die Aktivitäten der Administratoren aufzudecken und zu beobachten. „Unser Hauptziel liegt nun darin, das Vertrauen der Kriminellen in das Darknet zu zerstören“, sagt Kraag.

Mehr als 200 niederländische Händler, die bereits identifiziert seien, hätten einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro – dahingehend gebe es nun weitere Ermittlungen.

+++ 12:06 Uhr: Strafanzeige auch in den USA +++

Ryan White, Staatsanwalt aus den USA, kündigt Strafanzeige gegen die drei Initiatoren des „Wall Street Markets“ an. Er lobt die starke internationale Zusammenarbeit zwischen den USA, Niederlanden und Deutschland. „Die Anklagen werden illegalem Handel im Darknet sehr stark schädigen“, sagt White. Die Zusammenarbeit würde nun nur noch mehr vertieft werden.

In den USA wurden bereits zwei Drogenhändler angeklagt, die auf der Plattform ihre Ware verkauft haben.

Von RND/dpa/ngo/lf

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