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Neue Erkenntnisse zu Omikron: Einschrän­kungen werden im Januar wahrscheinlich verlängert

Einkaufszentrum an der Zeil in Frankfurt: Im Januar werden die Corona-Maßnahmen wegen der Omikron-Variante wahrscheinlich verlängert.

Berlin.Die Bundesregierung und prominente Virologen haben sich vorsichtig optimistisch über die möglichen Auswirkungen der Omikron-Welle in Deutschland geäußert – zugleich aber vor einer wachsenden Gesundheits­gefahr für Ungeimpfte gewarnt.

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„Wir haben zu viele ungeimpfte Leute in Deutschland, gerade über 60, und die sind jetzt natürlich richtig in Gefahr, also für die wird es jetzt richtig gefährlich“, sagte der Berliner Virologe Christian Drosten am Freitag im Deutschland­funk. Drosten und Gesundheits­minister Karl Lauterbach (SPD) verwiesen zugleich auf Studien über etwas seltenere schwere Krankheits­verläufe durch Omikron.

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Der Omikron-Anteil an den Infektionen in Deutschland nimmt laut jüngstem Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) rasant zu. Wie hoch die Omikronwelle bereits ist, ist unklar. Zwischen den Jahren könne die epidemiologische Lage weniger vollständig gezeigt werden, so das RKI.

Drosten erläuterte, es gebe in Deutschland wahrscheinlich eine etwas langsamere Omikron-Wachstums­rate als in England. In Großbritannien gab es zuletzt 189.000 Corona-Neuinfektionen am Tag, in Deutschland 41.240. In Großbritannien gebe es alle zwei Tage eine Verdoppelung der Omikron-Fälle, hierzulande etwa alle vier Tage, so Drosten.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte in seiner Neujahrs­ansprache: „Tun wir miteinander alles – aber auch wirklich alles – dafür, dass wir Corona im neuen Jahr endlich besiegen können.“ Angesichts einer raschen Omikron-Ausbreitung gelte es, alle Impf­angebote zu nutzen. „Jetzt kommt es auf Tempo an. Wir müssen schneller sein als das Virus“, sagte Scholz laut vorab verbreitetem Redentext.

Bundeskanzler Scholz in Neujahrsansprache: „Müssen schneller sein als das Virus“

Bundeskanzler Olaf Scholz hat in seiner ersten Neujahrsansprache zu weiterer Solidarität im Kampf gegen die drohende nächste Corona-Welle aufgerufen.

Drosten zeigte sich skeptisch auf die Frage, ob sich Deutschland quasi aus der Omikron-Welle heraus­boostern könne. „Wenn die Verbreitungs­geschwindigkeit in Deutschland deutlich langsamer ist und wenn die auch noch mal im Januar zusätzlich kontrolliert wird, dann ist das rein theoretisch denkbar, aber ich würde das für schwierig halten“, sagte er.

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Der Bonner Virologe Hendrik Streeck drückte in der Sendung „RTL Direkt“ die Hoffnung aus, „dass wir eine mildere Welle bekommen“. Hoffnung macht Virologen und Regierung, dass bei Omikron die Krankheits­schwere sehr wahrscheinlich abgemildert ist. Hierfür mehrten sich die Daten, sagte Drosten. Ein Ungeimpfter mit Omikron-Infektion trage drei Viertel des Risikos einer Krankenhaus­einweisung eines Ungeimpften mit Delta.

Lauterbach schrieb auf Twitter über die Daten aus Südafrika, diese zeigten, „dass Omicron sich zwar viermal so schnell wie Delta verbreitete, aber deutlich weniger schwere Fälle verursachte“. Klare Schlüsse auf ältere Ungeimpfte lasse die Studie aber nicht zu.

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Der Leiter des Intensiv­registers der Deutschen Inter­disziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfall­medizin, Christian Karagiannidis, sagte der „Rheinischen Post“: „Die schiere Anzahl von Neu­infektionen, auf die wir derzeit zusteuern, könnte die Intensiv­kapazitäten dennoch vor große Heraus­forderungen stellen, noch mehr aber die Hospita­lisierung insgesamt.“ Laut RKI ist weiter mit einer schlagartigen Erhöhung der Infektionen und einer Überlastung des Gesundheits­systems und weiterer Versorgungs­bereiche zu rechnen.

Verlängerung der Einschränkungen wahrscheinlich

Aus Sicht von Drosten ist relativ klar, dass es die bekannten Kontakt­beschränkungen weiter gebe müsse. „Ich denke schon, dass wir Kontroll­maßnahmen brauchen“, sagte Drosten weiter. Für den 7. Januar ist die nächste Minister­präsidenten­konferenz zur Corona-Lage anberaumt.

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Umfrage zu Corona: Knapp 80 Prozent glauben nicht an Normalisierung 2022

Laut einer YouGov-Umfrage blicken nur die wenigsten optimistisch auf das kommende Jahr. Die Hoffnung auf Besserung war schon mal größer.

Lauterbach hatte Vorschläge für kommende Woche angekündigt. Es gehe etwa darum, was der dynamische Anstieg der Omikron-Fälle für die Kontakt­reduzierungen und die Dauer von Quarantäne­zeiten bedeute. Der Präsident des Deutschen Land­kreis­tags, Reinhard Sager, sagte den Zeitungen der Funke-Medien­gruppe: „Eine Verkürzung der Quarantäne kann sich als sinnvoll erweisen.“ Quarantäne wird für Kontakt­personen Infizierter angeordnet.

Schleswig-Holsteins Finanz­ministerin Monika Heinold (Grüne) forderte, die epidemische Lage als Rechtsbasis möglicher schärferer Beschränkungen wieder festzustellen. Sie schloss sich damit der Position von Landes­gesundheits­minister Heiner Garg (FDP) an.

Aktuell lag die gemessene Inzidenz in Deutschland bei 214,9 Neu­infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Binnen 24 Stunden gab es 323 Corona-Todesfälle. Die meisten der in Deutschland angebotenen Corona-Schnell­tests sind unterdessen wohl auch zum Omikron-Nachweis geeignet: Davon sei auf Basis der aktuellen Datenlage auszugehen, so das zuständige Paul-Ehrlich-Institut im Internet.

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Menschen ohne Impfung sind laut Drosten nach überstandener Omikron-Infektion nicht unbedingt vor Corona geschützt: „Wir können uns nicht ohne Weiteres darauf verlassen, dass diejenigen, die jetzt noch nicht geimpft sind und dann Omikron erstmals kriegen, dass die damit auch geschützt sind gegen Delta und alle Vorgänger­viren, die co-zirkulieren werden“, sagte er.

Voraussichtlich vierte Impfung im Frühjahr

Geimpfte hingegen würden nach einer weiteren an Omikron angepassten Impfung einen breiten Schutz gegen die Varianten haben. Erwartet wird, dass es im Frühjahr an Omikron angepasste Impfstoffe gibt.

Streeck rechnet nach eigenen Worten mit einem „entspannten Sommer. Drosten sagte am Donnerstag­abend im ZDF-„heute journal“, in Südafrika stelle sich bereits eine endemische Situation ein. „Nur sind wir leider noch ein ganzes Stück davon entfernt.“ Der Übergang zu einer endemischen Situation bedeutet, dass das Virus sich zwar weiter verbreitet, aber weniger gefährlich ist.

RND/dpa

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