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Omikron-Lage in Großbritannien spitzt sich zu: Kliniken am Limit – leere Regale in den Supermärkten

Die Omikron-Lage in Großbritannien spitzt sich weiter zu, aber Boris Johnson lehnt schärfere Maßnahmen ab.

Hohe Infektionszahlen in der Omikron-Welle der Corona-Pandemie führen in Großbritannien immer mehr zu Personalmangel und Versorgungsengpässen in Krankenhäusern und anderen Bereichen. Wie die Verwaltung des Großraums Manchester am Mittwoch ankündigte, sollen nicht dringende Operationen in den Krankenhäusern der Region vorerst aufgeschoben werden. Nicht betroffen seien Krebs-, Herz- und Gefäßerkrankungen sowie Transplantationen, hieß es in der Mitteilung.

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Hauptgrund für die Entscheidung sei vor allem das „hohe und steigende“ Niveau des Personalmangels. Demnach sind etwa 15 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Krankenhäusern der Region derzeit an Covid-19 erkrankt oder in Quarantäne. Auch in anderen Teilen des Landes lösten mindestens acht Krankenhausträger in den vergangenen Tagen den Katastrophenfall aus. Zu ihnen gehören teilweise mehrere Kliniken.

Ausbreitung von Omikron: Lauterbach für verkürzte Quarantäne

Das Konzept soll Grundlage für die Beschlüsse von Bund und Ländern am Freitag sein.

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Krankenhäuser holen Mitarbeitende aus dem Ruhestand zurück

Eine Staatssekretärin des Gesundheitsministeriums, Gillian Keegan, räumte in einem BBC-Interview Belastungen durch die hohe Infektionsrate ein. „Sie sind gerade unter extremen Druck mit der Omikron-Variante, mit der Zahl positiver Fälle und Zunahme der Krankenhauseinweisungen“, beschrieb sie die Situation von Arztpraxen und Krankenhäusern. „Und das im Winter, wo sie immer unter extremen Druck sind.“ Die Regierung prüfe in dieser Situation ständig, welche Maßnahmen sinnvoll seien.

Matthew Taylor, Geschäftsführer der NHS Confederation, die 1,5 Millionen Beschäftigte des Gesundheitswesens vertritt, erklärte der BBC, er unterstütze das neue Testsystem, wenn die Wissenschaftler es für sicher hielten. Krankenhäuser in kritischer Lage wendeten sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich im Urlaub befänden, Ruhetage hätten oder kürzlich in den Ruhestand getreten seien und bäten sie, auf die Stationen zurückzukehren, sagte Taylor. So verzweifelt sei die Situation. „Jede Möglichkeit, das Personal wieder ins Krankenhaus zu bringen, ist eine gute Sache.“

Müllabfuhr, Supermarkt, Tests

Weil Personal erkrankt oder in Quarantäne ist, kommt die Müllabfuhr in ersten Orten Großbritanniens nicht mehr hinterher, wie in Gloucester. Im Osten Englands, etwa 40 Kilometer von London entfernt, haben die Entsorgungsbetriebe laut lokalen Medien Mitarbeitende der Straßenreinigung eingesetzt. In vielen Orten wurde die Abholung des Mülls nach Weihnachten bis ins neue Jahr hinein verschoben, weil Personal fehlte, berichtet die „Daily Mail“. Auch der „Telegraph“ berichtete von überquellenden Mülltonnen in vielen Orten Großbritanniens.

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In einigen Supermärkten gibt es leere Regale. 15 Prozent des Personals sind ausgefallen, heißt es aus der Branche. Der Iceland-Supermarktchef Richard Walker berichtete bei Sky, dass inzwischen mehr als 3000 Angestellte wegen Corona ausfallen würden. Hinzu kommt, dass wegen des Brexit ohnehin die Versorgungslage sehr angespannt ist.

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Einschränkungen gebe es auch im Zugverkehr und beim Schulunterricht, so die „Daily Mail“ und „Sky“. Etwa 5 bis 10 Prozent der Züge seien ausgefallen. Auch Corona-Tests sind schon seit vielen Tagen in Großbritannien knapp.

Schild an einer Apotheke in London: Corona-Tests sind ausverkauft

Schild an einer Apotheke in London: Corona-Tests sind ausverkauft

Premierminister Boris Johnson musste inzwischen eingestehen, dass der Gesundheitsdienst NHS unter „erheblichem Druck“ steht. Trotzdem lehnt er eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen ab. Er begründet das damit, dass die hohen Infektionszahlen bislang nicht zu einer ähnlich hohen Zahl an Krankenhauseinweisungen führen. Es bestehe die Möglichkeit, dass man die Welle „aussitzen“ könne, ohne wieder alles zuzusperren, sagte Johnson am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit Blick auf den offenbar milderen Krankheitsverlauf bei der Omikron-Variante. Aber es stünden schwierige Wochen bevor. Wer denke, dass die Pandemie vorbei sei, liege völlig falsch.

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Am Dienstag hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen mit 218.274 bestätigten Fällen eine weitere Tageshöchstmarke erreicht. Das waren 15 Prozent mehr als die bisherige am 31. Dezember. Allerdings gibt es auch in Großbritannien wegen der Feiertage Schwankungen bei den Testzahlen.

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RND/dpa/scs

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