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SPD-Generalsekretär Klingbeil gegen politischen Olympiaboykott – Kanzler Scholz zurückhaltend

  • In der Diskussion um einen möglichen politischen Olympiaboykott hat sich der SPD-Generalsekretär Klingbeil skeptisch geäußert.
  • Er hält einen Boykott nicht für sinnvoll.
  • Stattdessen solle man gezielt auf kritische, gesellschaftliche Entwicklungen hinweisen.
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Berlin. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat sich gegen einen politischen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking ausgesprochen. „Nein, das ist etwas, was ich sehr skeptisch sehe, dass man Olympische Spiele boykottiert. Ich glaube, dass Olympische Spiele auch immer eine Möglichkeit sind oder generell große Sportturniere eine Möglichkeit sind, gezielt auf kritische, gesellschaftliche Entwicklungen hinzuweisen“, sagte Klingbeil, der an diesem Samstag bei einem SPD-Parteitag zum Co-Parteichef gewählt werden soll, dem Radiosender FFN aus Hannover.

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Mehrere G20-Staaten für Boykott

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Die USA hatten am Montag aus Protest gegen Menschenrechts­verletzungen in China einen diplomatischen Boykott der Spiele im kommenden Jahr (4. bis 22. Februar 2022) angekündigt. Auch Australien und Großbritannien wollen keine Regierungsvertreter nach Peking schicken.

Klingbeil nannte Verletzungen von Menschenrechten und Pressefreiheit, Unterdrückung und schlechte Arbeitsbedingungen als mögliche Themen, auf die hinzuweisen sei.

„Also das ist etwas, wo dann auch die Spiele nie als rein sportliches Event betrachtet werden dürfen. Sondern es muss auch immer noch möglich sein, genau diese gesellschafts­politischen Debatten anzustoßen“, sagte er. „Und das ist mir eigentlich das Liebste. Also wenn die Olympischen Spiele jetzt stattfinden und das ist entschieden, dass man dann auch diese Bühne und diese Plattform nutzt, um zu thematisieren, was aus Sicht von Vielen schief läuft, was besser werden könnte und dass man eben begreift, es geht hier nicht um den sportlichen Wettkampf. Sondern es geht auch darum, gesellschaftspolitisch deutlich zu machen, was besser wäre.“

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Scholz hält sich zurück

Der neue Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich zurückhaltend in der Frage eines möglichen politischen Boykotts der Olympischen Winterspiele in Peking gezeigt. „Solche Fragen müssen sehr sorgfältig diskutiert werden“, sagte Scholz nach seiner Wahl zum Kanzler am Mittwoch dem Fernsehsender Welt.

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„Die Olympischen Spiele sind auch immer ein Beitrag für das Miteinander in der Welt.“ Viele Menschen engagierten sich lange dafür. „Das ist die Jugend der Welt.“ Scholz sagte: „Wir werden Entscheidungen treffen, wenn sie anstehen.“ Die neue Regierung sei dabei im Gespräch mit vielen anderen.

RND/dpa

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