Olaf Scholz will für SPD-Vorsitz kandidieren

  • Im Rennen um den SPD-Vorsitz hat sich ein weiterer Sozialdemokrat aus der Deckung getraut - diesmal ein politisches Schwergewicht.
  • Auch Olaf Scholz tritt an, um SPD-Vorsitzender zu werden
  • Sein Amt als Finanzminister will er behalten.
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Berlin. Erst am Freitagvormittag war bekannt geworden, dass Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius gemeinsam mit der sächsischen Integrationsministerin Petra Köpping für den SPD-Vorsitz kandidieren will, schon macht ein neuer Name die Runde. Bundesfinanzminister Olaf Scholz will für den SPD-Vorsitz kandidieren. Das bestätigten Parteikreise dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet.

Scholz will seine Kandidatur am Montag offiziell verkünden. Er werde mit einer Frau als Duo antreten, erfuhr das RND. Sein Amt als Bundesfinanzminister und Vize-Kanzler will der SPD-Politiker behalten.

Wie der "Spiegel" zuvor berichtet hatte, soll Scholz in dieser Woche in einer Telefonschalte mit den Interimsvorsitzenden Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel gesagt haben: "Ich bin bereit anzutreten, wenn ihr das wollt." Widerspruch habe sich in der Schalte nicht geregt. Seither, so heißt es in dem Bericht weiter, spreche der Bundesfinanzminister mit führenden Sozialdemokraten und suche eine Partnerin, mit der er als Doppelspitze antreten könne.

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Die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping und Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius haben intern ihre Kandidatur angekündigt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Parteikreisen erfuhr. Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin "Spiegel" darüber berichtet.  @ Quelle: Robert Michael/zb/dpa

Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 1. September

Scholz war bereits mehrfach in der Vergangenheit gefragt worden, ob er für den SPD-Vorsitz kandidieren wolle. Er hatte noch im Juni gesagt, dass er nicht zur Verfügung stehe - aus zeitlichen Gründen.

In den vergangenen Tagen hatten sich viele in und außerhalb der SPD immer drängender die Frage gestellt, ob sich auch Schwergewichte aus den Reihen der Minister oder Ministerpräsidenten für den Parteivorsitz bewerben werden.

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Mit Franziska Giffey hatte sich am Donnerstag eine parteiinterne Hoffnungsträgerin selbst aus dem Rennen genommen. Giffeys Dissertation wird derzeit wegen Plagiatverdachts überprüft. Sollte sie den Doktortitel aberkannt bekommen, hatte sie ihren Rücktritt als Ministerin angeboten.

Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis 1. September. Die neue SPD-Spitze soll dann in einer Mitgliederbefragung bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden.

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Zunächst gab es nur wenige Reaktionen auf Scholz Kandidatur. FDP-Chef Christian Lindner lobte die Entscheidung des Finanzministers. "Olaf Scholz ist eine respektable Persönlichkeit. Viele an der Basis der SPD werden erleichtert sein, dass nun doch ein Schwergewicht als Vorsitzender antreten will", sagte Lindner dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Aus der CDU hat man dieser Tage viel Häme über die SPD gehört. Wir waren selbst einmal in einer schwierigen Lage, weshalb wir uns an so etwas nicht beteiligen."

RND/das/ani/rb