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  • Öffnung von Schulen und Kitas: GEW-Chef fordert vorsichtigen Kurs

GEW fordert: „Kanzlerin und Ministerpräsidenten müssen jetzt auf die Bremse treten“

  • Das Thema der Öffnung von Schulen und Kitas liegt bei den Ländern.
  • Doch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, Ministerpräsidenten und Kanzlerin müssten hier bei ihrer gemeinsamen Sitzung am Montag wieder stärker zu einer Linie finden.
  • Konkret verlangt GEW-Chefin Tepe einen vorsichtigen Kurs.
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Berlin. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten aufgefordert, das Thema Schule bei ihrem Treffen am Montag auf die Tagesordnung zu nehmen und einen vorsichtigen Kurs zu vereinbaren. „Kanzlerin und Ministerpräsidenten müssen jetzt bei weiteren Öffnungsschritten für Schulen und Kitas auf die Bremse treten“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Bei dem Bund-Länder-Impfgipfel wurde die Verteilung von Impfstoffen besprochen sowie die hohen Infektionszahlen.  © Reuters

„Denn wer öffnen will, muss testen und impfen“, setzte sie hinzu. „Das gilt insbesondere bei steigenden Inzidenzwerten und dem Blick auf die rasante Entwicklung der hochansteckenden und -gefährlichen Virusmutationen, die das Heranrollen der dritten Welle ankündigen.“ Bisher gebe es jedoch keine tragfähige und alltagstaugliche Test- und Impfstrategie, so die GEW-Chefin.

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Tepe forderte: „Statt jetzt für einige wenige mögliche Schultage bis zu den Osterferien weitere Schulen zu öffnen und damit ein vergleichsweise hohes Infektionsrisiko einzugehen, sollten die Länder die Füße stillhalten.“ Die kurze Zeit könne, wenn machbar und sinnvoll, an geöffneten Schulen im Wechselunterricht gestaltet werden. „Die Länder müssen die Osterferien nutzen, um endlich mit den Schulträgern flächendeckende Test- und Impfstrategien für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie für die Lernenden zu entwickeln und zur Einsatzreife zu bringen“, sagte die Lehrergewerkschafterin.

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Kritik an „Flickenteppich“

„Die GEW appelliert an Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten, die Zügel beim Thema Schulen und Kitas wieder in die Hand zu nehmen“, sagte Tepe. Dass jedes Bundesland für sich entscheide, habe zu einem Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen geführt. Fast alle Länder hätten den Vertrauensvorschuss verspielt. Weder sei die Gesundheit der Lehrer, der Schüler und der Eltern ausreichend geschützt, noch sei das Recht auf Bildung hinreichend umgesetzt.

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Die Kultusminister der Länder pochen hingegen darauf, die Schulen sollten trotz steigender Corona-Zahlen so lange wie möglich offenbleiben. „Wir ringen um jeden Tag der Präsenzbeschulung für Schülerinnen und Schüler“, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), am Freitag nach einer Sitzung der Minister.

Die Minister seien dabei geleitet von der Sorge um die Kinder und Jugendlichen, und zwar nicht nur um deren Bildungsmöglichkeiten, sondern auch um ihre soziale und psychische Lage, so Ernst. Die negativen Folgen des Wegfalls von Kontakten zu Lehrern und Mitschülern seien sehr groß.

Schulen müssten „im Vergleich zu allen anderen Lebensbereichen am längsten geöffnet bleiben“, heißt es im Beschluss der Kultusminister. Wichtig seien dafür Tests und Hygienemaßnahmen, führen sie aus. „Die Kultusministerinnen und Kultusminister fordern darüber hinaus erneut, für das an Schulen tätige Personal eine vorrangige Impfung, sofern in Präsenzunterricht übergegangen wird, zu ermöglichen“, so der KMK-Beschluss.

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