Öffnung der Grenzen: Athen weist Drohungen Erdogans zurück

  • Der türkische Präsident hat die EU zuletzt in der Flüchtlingsfrage unter Druck gesetzt.
  • Erdogan will die Grenzen für Flüchtlinge öffnen, wenn das Land nicht mehr Hilfe bekomme.
  • Griechenland weist nun die Drohung zurück.
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Istanbul/Athen. Griechenland hat die Drohung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zurückgewiesen, die Grenzen nach Europa für syrische Flüchtlinge zu öffnen. "Erdogan muss begreifen, er kann nicht der EU und Griechenland drohen, um mehr Gelder (für die Türkei) zu sichern", sagte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Sonntag in der Hafenstadt Thessaloniki. Die EU habe bereits sechs Milliarden Euro an die Türkei wegen des Migrantenzustroms überwiesen.

Wenn Erdogan das Abkommen mit der EU neu aushandeln möchte, dann könne man darüber sprechen, sagte Mitsotakis. "Nicht aber mit Drohungen und mit einer Sprache, die nicht mit guter Nachbarschaft im Einklang steht."

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Erdogan hatte zuvor erklärt, die Türkei könne einen möglichen weiteren Flüchtlingszustrom aus Syrien nicht alleine schultern. Er appellierte an die EU, genügend finanzielle Unterstützung bereitzustellen. "Entweder Sie teilen diese Last oder wir müssen die Tore öffnen", sagte Erdogan.

Die Türkei hat seit Beginn des Bürgerkrieges im Nachbarland Syrien 2011 rund 3,6 Millionen Flüchtlinge aufgenommen, mehr als jedes andere Land der Welt.

Der im März 2016 geschlossene Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass die EU alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 hatte es Tage gegeben, an denen rund 7000 Migranten über die Türkei griechische Inseln erreichten. Zurzeit kommen täglich wieder Hunderte Migranten aus der Türkei nach Griechenland und damit auch in die EU.

RND/dpa

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