Offener Brief: Darauf hat Dunja Hayali jetzt keinen Bock mehr

Die Mitte der Gesellschaft ist schweigsam – und das ist ein Problem, meint Dunja Hayali. In einem offenen Brief auf Facebook lässt die Fernsehmoderatorin ordentlich Dampf ab.

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Dortmund, Kassel. Die Journalistin Dunja Hayali hat keinen Bock mehr. Keinen Bock auf Hass, Extremismus und Spaltung. In einem offenen Brief auf Facebook fordert sie die gesellschaftliche Mitte dazu auf, die Stimmen zu erheben. Denn: „Eine Mehrheit fällt nicht dadurch auf, dass sie so lange in Schweigen versinkt, bis sie keine mehr ist!“

Bereits in ihrer Rede auf dem evangelischen Kirchentag in Dortmund warb sie für mehr Engagement. "Im Sinne unserer Gemeinsamkeit" müsse es einfach lauter werden. Nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke sei deutlich geworden, "dass Hass auch Konsequenzen hat".

Bedroht und angegriffen würden nicht nur Menschen, die sich für Flüchtlinge einsetzten, sondern auch Lehrer, Polizisten oder Sanitäter, sagte Hayali, die selbst immer wieder Hassnachrichten erhält. „Diese Menschen müssen das Gefühl bekommen, dass sie nicht allein sind, dass jemand hinter ihnen steht.“ Es gehe darum, Gesicht zu zeigen.

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Die Moderatorin mahnte am Kirchentag zudem ein Umdenken in der Flüchtlingspolitik an. „Was ist mit uns passiert, dass wir die, die Menschen retten wollen, kriminalisieren und die, die diesen Menschen Leid angetan haben wie etwa korrupte Machthaber, auch noch unterstützen und fördern?“ 70 Millionen Flüchtlinge weltweit bedeuteten 70 Millionen Einzelschicksale.

Es sei immer wieder davon die Rede, dass die Gesellschaft christlich geprägt sei, doch sie frage sich: „Wo ist die Nächstenliebe, wo ist die Barmherzigkeit?“

Hayali will voran gehen. Nicht verzagen. Den Blick nach vorne richten. Denn: „Keinen Finger breit denen, die uns und unsere demokratische Gesellschaft angreifen wollen“, beschließt die Moderatorin ihren Brief.

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Von RND/ka/dpa

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