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Nur Lauterbach trägt Maske: Foto sorgt für Kritik - SPD-Fraktion reagiert

  • Am Mittwoch hat sich die neue SPD-Fraktion im Bundestag getroffen.
  • 206 Abgeordnete zählt die SPD nun, und zum ersten gemeinsamen Treffen gehört natürlich auch ein gemeinsames Foto.
  • Doch nur Karl Lauterbach hatte dabei eine Maske auf – das sorgt für Kritik.
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Berlin. Am Mittwoch sind die neuen SPD-Abgeordneten in Berlin zusammengekommen, um ihren neuen Fraktionsvorsitzenden zu wählen. Zum ersten gemeinsamen Treffen der „Neuen“ gehört traditionell auch ein gemeinsames Fraktionsfoto. Rund 200 Abgeordnete stehen für das Gruppenfoto dicht gedrängt und nahezu alle ohne Maske nebeneinander. Nur Karl Lauterbach hat eine FFP3-Maske auf. Wie ist das zu erklären?

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SPD-Fraktionsfoto: nur Lauterbach mit Maske

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Gute Stimmung herrschte unter den 206 neuen und wiedergewählten Abgeordneten am Mittwoch. Sie wählten SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich mit 97 Prozent erneut an ihre Spitze. Danach traten sie zum Fraktionsbild zusammen – bis auf Karl Lauterbach ohne Maske und ohne größere Abstände. Mützenich wurde fürs Gruppenfoto mit La-Ola-Welle empfangen. Lauter wurde es noch, als Kanzlerkandidat und Neufraktionsmitglied Olaf Scholz in die erste Reihe trat: Ein Gewitter zog in dem Moment über das Regierungsviertel hinweg – und gewaltiger Donner erschütterte den Bundestag. Fast symbolträchtig, wie einige meinten.

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Doch das Foto ohne Masken löste Kritik in den sozialen Netzwerken aus. „Sah so aus, als sei die Pandemie vorbei. Zumindest vermitteln die den Eindruck“, schreibt eine Twitter-Nutzerin. Ein anderer Nutzer findet: „Wenn Karl Lauterbach Zivilcourage hätte, hätte er die Polizei gerufen!“, und wieder ein anderer schreibt: „Schlechtes Vorbild, ganz schlechtes Vorbild“. Ein Fraktionssprecher sagte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Sowohl auf dem Weg zum Gruppenbild als auch unmittelbar danach haben alle Beteiligten Masken getragen.“ Nur für die einmalige Aktion dieses Gruppenfotos seien für den Moment der Aufnahme die Masken abgenommen worden. Ursprünglich war geplant, das Gruppenfoto der neuen Fraktion auf der Freitreppe an der Spree zu machen. Aufgrund der Wetterverhältnisse musste der Fototermin dann jedoch „kurzfristig in das Paul-Löbe-Haus verlegt werden“, heißt es auf Nachfrage des RND.

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Viele Abgeordneten ließen am Mittwoch Aufbruchstimmung aufkommen: Jünger, diverser, etwas ausgeflippter ist die SPD im Bundestag geworden. Mehr als jeder zweite Abgeordnete ist neu, jeder Dritte unter 40 Jahre alt. 42 Prozent der Fraktionsmitglieder sind Frauen. Seit Tagen zeigen die 104 neuen Abgeordneten auf Twitter stolz, dass sie nun dazugehören. 49 von ihnen sind im Juso-Alter, auch Kevin Kühnert, der ehemalige Juso-Chef und aktuelle SPD-Vize wurde direkt gewählt. Die Fraktion könnte sich mit ihnen deutlich nach links verschieben.

Diskussionen über Posten bei SPD

Mit dem Näherrücken von Koalitionsverhandlungen wird auch lauter über Posten spekuliert - auch wenn die Ämterverteilung offiziell erst am Ende von Koalitionsgesprächen auf den Tisch kommt. So wird seit Tagen immer wieder Mützenich als möglicher Nachfolger von Wolfgang Schäuble als Bundestagspräsident genannt. Schäuble muss seinen Posten räumen, weil die Union nicht mehr stärkste Fraktion ist.

„Sie können sicher sein, dass wir einen starken Kandidaten, eine starke Kandidatin dafür nominieren“, sagte Mützenich am Mittwoch. Der 62-Jährige ist eigentlich für die nächsten zwei Jahre gewählt - könnte aber für ein anderes Amt zurücktreten. Auf Nachfrage meinte er: „Wenn es eine Wertschätzung sein soll, dass ich genannt werde, freue ich mich darüber.“ Gewählt wird Ende Oktober bei der Konstituierung des Parlaments.

Als gesetzt für ein weiteres hohes Amt gilt Hubertus Heil, der als Arbeitsminister Kernprojekte der SPD umgesetzt hat und sich als SPD-Vize auch im Wahlkampf als Aktivposten erwies. Wahlkampfmanager und Generalsekretär Lars Klingbeil zählt nach der erfolgreichen Kampagne ebenso zu den starken Figuren in der SPD mit Eignung für herausgehobene Posten. Ob der umtriebige Corona-Einordner Karl Lauterbach, Parteichefin Saskia Esken oder auch weiter aus der bisherigen SPD-Ministerriege - an Namen, die für mögliche Regierungsämter genannt werden, mangelt es nicht.

RND/scs mit dpa

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