NRW will mit Videospiel über Rechtsextremismus aufklären

  • Nordrhein-Westfalen will junge Menschen mit einem Videospiel vor dem Abrutschen in die rechte Szene bewahren.
  • “Leons Identität - Ein exploratives Abenteuer” soll Kinder und Jugendliche ab dem zwölften Lebensjahr über extremistische Einflüsse im Internet aufklären.
  • Entwicklung und Produktion des Spiels haben insgesamt 225.000 Euro gekostet.
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Düsseldorf. Mit dem Videospiel “Leons Identität - Ein exploratives Abenteuer” wollen das nordrhein-westfälische Innenministerium und die Staatskanzlei Rechtsextremismus vorbeugen.

Das Spiel soll Kinder und Jugendliche ab dem zwölften Lebensjahr “über extremistische Einflüsse im Internet aufklären, ihre Medienkompetenz stärken und nicht zuletzt Spaß machen”, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag in Düsseldorf. Entwicklung und Produktion des Videospiels haben den Angaben zufolge insgesamt 225.000 Euro gekostet.

In dem als detektivisches Abenteuerspiel angelegten Videospiel schlüpfen die Spieler in die Rolle von Jonas, der sich auf die Suche nach seinem vermissten Bruder Leon macht. Jonas sucht in dessen Jugendzimmer nach Hinweisen und geht den Umständen seines mysteriösen Verschwindens auf den Grund, wobei er Leons langsames Abdriften in die rechtsextreme Szene nachzeichnet.

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“Leon” vor rechtsextremer Szene retten

Die Spieldauer hänge davon ab, wie der Spieler mit gefunden Hinweisen umgehe, hieß es. Jeder Spieler habe die Chance “Leon” vom weiteren Abstieg in die rechtsextreme Szene zu retten.

“Das Netz ist die Dunkelkammer eines extremistischen Weltbildes und die Radikalisierungsmaschine des 21. Jahrhunderts”, erklärte Innenminister Reul. Deshalb sei es wichtig, dass der Staat maßgeschneiderte Angebote mache. “Die Überzeugungen junger Menschen dürfen nicht von Populisten und Radikalen geprägt werden, da müssen und wollen wir mitmischen”, betonte er. Die Digitalisierung des Extremismus sei die größte Herausforderung für alle Sicherheitsbehörden.

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Der nordrhein-westfälische Staatskanzleichef Nathanael Liminski (CDU) bezeichnete das Videospiel als bundesweit vermutlich ersten Versuch dieser Form, “junge Menschen vor dem Abrutschen in die rechte Szene zu bewahren”. Indem man ihre Medienkompetenz stärke, mache man sie hoffentlich immun gegen Hetze und Hass.

NRW-Verfassungsschutz hat Projekt begleitet

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Zum Spiel gehört eine Internetseite, auf der die fiktiven im Spiel vorkommenden Elemente wie Magazine, Musik und rechtsextreme Treffen ihren realen Gegenstücken gegenübergestellt werden. So können sich Spieler weiter informieren und Quellen sichten.

Entwickelt wurde das Spiel gemeinsam mit der Produktionsfirma bildundtonfabrik (btf), unter anderem mehrfacher Gewinner des Grimmepreises und des Deutschen Computerspielpreises 2019. Der NRW-Verfassungsschutz hat das Projekt in seiner knapp einjährigen Entstehungsphase von der Idee bis zur Realisierung begleitet.

RND/epd

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