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  • NRW: Rechtsextreme WhatsApp-Chats - Vertuschungs-Verdacht gegen zwei Polizisten

Wegen Chat suspendierter Polizist soll Schläge gedeckt haben

  • Zwei leitende Beamte in Nordrhein-Westfalen stehen im Verdacht, Schläge eines Kollegen gegen einen gefesselten Mann vertuscht zu haben.
  • Nun kommt heraus: Einer der beiden Vorgesetzten ist bereits wegen seiner Beteiligung in umstrittenen Chats suspendiert.
  • Ein weiteres Mitglied der Chatgruppe ist nach den Ermittlungen offenbar ein Hooligan mit Rockerkontakten.
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Essen. Bei den Fällen rechtsextremer WhatsApp-Chats und den mutmaßlichen Schlägen eines Polizisten gegen einen gefesselten Verdächtigen gibt es eine bisher unbekannte Querverbindung bei der Polizei in Mülheim/Ruhr.

Ein Vorgesetzter, der die angeblichen Schläge gedeckt haben soll und gegen den wegen Strafvereitelung im Amt ermittelt wird, ist bereits suspendiert - weil er auch an den umstrittenen Chats beteiligt gewesen sein soll. Das bestätigte ein Sprecher des zuständigen Landesamts für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) der Deutschen Presse-Agentur.

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Beamte wegen Strafvereitelung angezeigt

Die Polizei Essen hatte zwei leitende Beamte angezeigt, die der Strafvereitelung verdächtig sind. Einer ist laut LAFP noch im Urlaub. Nach seiner Rückkehr müsse man entscheiden, wie man weiter vorgeht. Der andere Dienstgruppenleiter war bereits suspendiert, als er Anfang Oktober vom Präsidium angezeigt wurde - wegen des Falls der WhatsApp-Chats. Er gehört nach Angaben des LAFP nicht zu den acht Beamten, die auf eine Aufhebung ihrer Suspendierung hoffen können - aber auch nicht zu den 15 Beamten, gegen die die Staatsanwaltschaft ermittelt.

In der umstrittenen Chatgruppe “Alphateam” war auch der Polizist unterwegs, der Anfang 2019 einen Mann bei dessen Festnahme in Mülheim an der Ruhr geschlagen haben soll, als der bereits gefesselt war. Eine Kollegin meldete den Vorfall als Augenzeugin damals ihrem Vorgesetzten, der versprach, auch den Dienstgruppenleiter des Kollegen zu informieren. Letztlich taten beide Vorgesetzte aber nichts. Im Gegenteil: Das Opfer der Schläge kam sogar vor Gericht - weil der Mann den Polizisten zu Unrecht angeschwärzt habe. Von dem Vorwurf wurde das Opfer freigesprochen - da nun heraus kam, dass wohl doch alles so war.

Polizist offenbar Hooligan mit Rocker-Kontakten

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In einem weiteren Fall um die rechtsextremen WhatsApp-Chats bei der Polizei soll einer der beschuldigten Beamten Mitglied der Essener Hooligangruppierung “Alte Garde” sein und private Kontakte zu den “Bandidos” gepflegt haben. Das habe sich aus der Auswertung seines Handys ergeben, heißt es in einem auf Montag datierten Bericht der Landesregierung an den Innenausschuss.

So habe man in dem Mobiltelefon Fotos gefunden, die den Polizeibeamten "im privaten Umfeld gemeinsam mit Mitgliedern der Rockergruppierung “Bandidos” zeigen". Im Adressbuch seines Telefons hätten sich auch Kontaktdaten der Rocker gefunden.

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Bei den Razzien Mitte September seien bei den betroffenen Polizisten insgesamt 205 IT-Asservate sichergestellt worden, die ein Gesamtdatenvolumen von riesigen 18,5 Terabyte haben. In der zuständigen Sondereinheit “Janus” seien derzeit rund 100 Polizeibeamte mit der Auswertung des Datenmaterials betraut, so das Innenministerium. Inzwischen stehe auch fest, dass in den Chatgruppen mit den Namen “Alphateam”, “Anton”, “A-Team” und “Best of A-Team” ausschließlich Polizeibeamte beteiligt gewesen seien.

RND/dpa

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