NRW: Fleischbetrieb in Coesfeld wird vorübergehend geschlossen

  • Der Schlachtbetrieb in Coesfeld in NRW ist zum Corona-Herd geworden.
  • Mehr als 100 Arbeitnehmer hatten sich dort infiziert.
  • Nun soll der Betrieb vorübergehend geschlossen werden.
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Düsseldorf. Der von besonders vielen Corona-Infektionen betroffene Schlachtbetrieb in Coesfeld wird vorübergehend geschlossen. Das teilte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag in Düsseldorf mit. Außerdem sollen nach mehr als 100 festgestellten Corona-Infektionen unter den Arbeitnehmern in dem Betrieb im Münsterland die Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe in Nordrhein-Westfalen auf das Virus getestet werden. Zudem sollen die Sammelunterkünfte auf die Hygienemaßnahmen überprüft werden.

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Das Coronavirus hatte sich in dem Coesfelder Betrieb der Firma Westfleisch ausgebreitet. 129 Infizierte waren am Donnerstag nach damaligen Angaben des Kreises erfasst worden. Von ihnen seien 13 ins Krankenhaus gekommen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) ist in Coesfeld der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche überschritten worden. Er lag am Freitag (Stand: 0.00 Uhr) bei 52,7.

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Krankheitsverläufe sollen bislang mild sein

Insbesondere müssten Mitarbeiter getestet werden, die mit einem Werkvertrag beschäftigt seien, hatte die Landesregierung bereits erklärt. Bei hygienischen Defiziten in den Unterkünften müssten Auflagen zur Nachbesserung erteilt werden.

Ein Westfleisch-Sprecher hatte am Donnerstagabend erklärt, die Krankheitsverläufe seien vergleichsweise mild. Alle Infizierten, die nicht im Krankenhaus liegen, und ihre Kontaktpersonen befänden sich in häuslicher Quarantäne. Am Werkstor werde kontaktlos Fieber gemessen, um Verdachtsfälle schnell zu erkennen. Das Unternehmen stehe in engem Kontakt mit den Behörden, sagte der Sprecher.

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Bund-Länder-Konzept kommt zum Tragen

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Bund und Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, dass zahlreiche im Zuge der Corona-Krise verfügte Einschränkungen des öffentlichen Lebens wieder gelockert werden. Bei einer Überschreitung des Grenzwerts der Infektionen soll aber umgehend wieder ein Beschränkungskonzept umgesetzt werden. In der Vereinbarung heißt es aber auch: "Bei einem lokalisierten und klar eingrenzbaren Infektionsgeschehen, zum Beispiel in einer Einrichtung, kann dieses Beschränkungskonzept nur diese Einrichtung umfassen."

Auch in anderen Bundesländern gibt es Infektionen in Schlachthäusern. So waren in Schleswig-Holstein bis Donnerstag 109 Mitarbeiter des Schlachthofs in Bad Bramstedt positiv auf das neuartige Virus getestet worden, wie der Kreis Segeberg mitteilte. Der Infektionsschutz des Kreises Segeberg habe alle Mitarbeiter des Schlachthofs, die im Kreis leben, unabhängig vom Testergebnis unter Quarantäne gestellt, sagte Landrat Jan Peter Schröder am Donnerstag.

RND/dpa

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