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Corona-Demonstration in KZ-Häftlingskleidung in Norditalien – Politiker und jüdische Verbände entsetzt

  • Bei einer Demonstration gegen die geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in der norditalienischen Stadt Novara trugen Protestierende KZ-Uniformen.
  • Politiker und jüdische Verbände zeigten sich von den Bildern schockiert.
  • Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in der Region bei über 200.
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In der italienischen Stadt Novara demonstrierten Gegner der Corona-Maßnahmen in KZ-Häftlingskleidung. Wie verschiedene Medien übereinstimmend berichteten, trugen die Demonstrierenden gestreifte Uniformen, die teilweise mit Nummern gekennzeichnet waren. Vermutlich sollte auf die eintätowierten Häftlingsnummern von KZ-Gefangenen während der NS-Zeit angespielt werden. Politik und jüdische Verbände in Italien zeigten sich von dieser Art der Proteste empört.

In einem Gastkommentar in der italienischen Tageszeitung „La Stampa“ schrieb die Präsidentin der Vereinigung jüdischer Gemeinschaften in Italien, Noemi Di Segni: „Das sind Bilder, von denen ich nie geglaubt hätte, sie jemals zu sehen.“ Auch der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza von der sozialdemokratischen Partei Articolo Uno war „schockiert über diese Leute, die sich auf die Konzentrationslager beziehen“.

Auch Lega-Bürgermeister zeigt sich „beschämt“

Alessandro Canelli, Bürgermeister von Novara und Mitglied der rechten Lega, verurteilte die Proteste ebenfalls: „Eine ideologische Position zu einem Impfstoff oder einem Gesundheitspass mit dem tragischsten Kapitel unserer Geschichte und mit Menschen, die deportiert, gedemütigt, gefoltert und getötet wurden, zu vergleichen ist einfach nur beschämend“, sagte der Lokalpolitiker.

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Novara liegt etwa 50 Kilometer nordwestlich von Mailand in der Region Piemont. In der Provinz lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei rund 220. Im vergangenen Winter wurde das Piemont bereits hart von der Pandemie getroffen. Im November und Anfang Dezember 2020 starben täglich im Schnitt 80 Menschen. Mitte Oktober dieses Jahres hatte die italienische Regierung mit der Einführung der Green-Pass-Regelung, die einer De-facto-Impfpflicht am Arbeitsplatz nahekommt, für Kritik gesorgt.

RND/dre

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