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Klassenkeile für Prien: Beim Abi darf es keine Alleingänge geben

  • Erst kündigt Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) an, in diesem Jahr werde in ihrem Bundesland wegen Corona kein Abitur geschrieben.
  • Dann muss sie ihre Ankündigung am nächsten Tag wieder kassieren.
  • Richtig so, es ist gerade noch ein Riesenchaos abgewendet worden, kommentiert Tobias Peter.
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Berlin. Abiturient in Schleswig-Holstein möchte man derzeit wahrlich nicht sein. Da kündigt Bildungsministerin Karin Prien (CDU) erst an, dass es wegen der Corona-Krise keine Abiturprüfungen geben werde. Und am nächsten Tag muss die Ministerin schon wieder zurückrudern, weil sie in der Kultusministerkonferenz für ihren nassforschen Alleingang kräftig Klassenkeile bezogen hat.

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Die schnelle Kehrtwende ist für Prien peinlich. Inhaltlich ist dieser Schritt aber zweifellos richtig. Dabei geht es nicht darum, dass eine Lösung, wie sie Prien vorschwebte, nicht vorstellbar gewesen wäre. Die Entscheidung, in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise keine Abiturprüfungen zu machen, wäre eine vertretbare gewesen. Wenn, ja wenn sich alle Länder gemeinsam darauf verständigt hätten. Das haben sie aber nun mal nicht.

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Die Unterschiede sind ohnehin schon zu groß

Alleingänge beim Abitur verbieten sich. Man stelle sich nur einmal das Chaos vor, wenn in diesem Jahr die einen Länder Prüfungen machen würden, die anderen aber das Abitur allein auf Grundlage der Kursarbeit vergeben. Würden die Länder sich dann wirklich noch gegenseitig das Abitur anerkennen? Vielleicht – wenn auch unter größten Dissonanzen. Aber ohne gemeinsame Lösung der Länder wäre das Abitur, bei dem die Unterschiede bundesweit ohnehin schon viel zu groß sind, massiv beschädigt worden.

Warum sich manch ein Schüler vielleicht sogar freut

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Jetzt soll es also – trotz Corona – Prüfungen geben. Das erscheint machbar. Die Tische müssen weit auseinander gestellt werden, die Hygiene-Regeln müssen besonders beachtet werden. Und: Es wäre gut, bei der Korrektur zu berücksichtigen, dass die Vorbereitungen durch die Schulschließungen nicht optimal waren.

Manch ein Schüler freut sich vielleicht sogar, dass er das Abi schreiben darf. Es gibt nämlich auch solche Schüler, denen schriftliche Prüfungssituationen mehr liegen als die mündliche Mitarbeit im Unterricht.

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