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Kitschige Märchenfotos: Kim Jong Un inszeniert sich auf weißem Pferd

  • Kim Jong Un zeigt sich auf aktuell veröffentlichen Bildern auf einem Schimmel reitend durch einen märchenhaft verschneiten Wald.
  • Nordkorea ist dafür bekannt, immer wieder Propaganda-Fotos seiner Machthaber zu veröffentlichen.
  • Die Fotos lösen zugleich Spekulationen aus. Unklar ist, was genau hinter den skurrilen Aufnahmen steckt.
Luca Cordes
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Berlin. Aktuelle Fotos zeigen Kim Jong Un auf dem Rücken eines Schimmels. Wie in einer kitschigen Szene aus dem Märchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ galoppiert Nordkoreas Machthaber durch verschneite Wälder und soll dabei den höchsten Berg des Landes, den Paektu, erklommen haben. „Sein Ritt auf den Berg Paektu ist ein großer, bedeutungsvoller Moment in der Geschichte der koreanischen Revolution“, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die staatliche Agentur KCNA, die auch die Fotos dazu veröffentlichte. Unklar ist, was genau hinter den Aufnahmen steckt.

Weiter heißt es laut KCNA: „Nachdem sie die großartigen Momente seines Denkens auf dem Berg Paektu bezeugen durften, waren alle Offiziellen, die ihn begleiteten, voll überfließender Emotion und Freude überzeugt: Es steht eine große Operation bevor, die einmal mehr die Welt in Staunen versetzen und die koreanische Revolution vorantreiben wird.“

„Großes Ereignis von gewichtiger Bedeutung"

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Der Ritt auf den Berg sei ein „großes Ereignis von gewichtiger Bedeutung in der Geschichte der koreanischen Revolution“, heißt es in dem Bericht von KCNA weiter. Kim erinnere sich mit „großer Ergriffenheit an den Weg des mühsamen Kampfes, den er für den Aufbau des mächtigsten Landes mit Glauben und Willen zurücklegte, so fest wie der Berg Paektu“.

Es ist laut dem Bericht nicht das erste Mal, dass Kim Jong Un den 2750 Meter hohen Gipfel erklimmt. Meist habe er das jedoch vor politisch wichtigen Entscheidungen und Schritten gemacht. Auch deshalb sorgen die Bilder für Spekulationen, denn es bleibt unklar, welcher Grund nun dahintersteckt.

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Kim Jong Un reitet auf einem weißen Pferd über den schneebedeckten Berg Paektu.  @ Quelle: -/KCNA/dpa

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters betonte der Nordkorea-Experte Joshua Pollack vom Middlebury Institute of International Studies in Kalifornien, dass die Geste für „Trotz“ stehe. Nordkoreas Machthaber vermittle, dass er den internationalen Sanktionen und dem Druck auf seine Atomwaffen- und Raketenprogramme standhält. „Das Streben nach Sanktionserleichterungen ist vorbei. Es wird nichts explizit erwähnt, aber es werden neue Erwartungen an den kommenden Kurs der Politik für 2020 gesetzt.“

Nordkorea ist dafür bekannt, immer wieder Propaganda-Fotos seiner Machthaber zu veröffentlichen – oft auch ohne Angabe, wann die Aufnahmen gemacht wurden. So wird Kim Jong Un genau wie einst sein Vater Kim Jong Il immer wieder in Fabriken des Landes gezeigt, die verdeutlichen sollen, dass es dem Land und seiner Bevölkerung gut geht und die Wirtschaft floriert. Dabei leidet ein Großteil der nordkoreanischen Bevölkerung Hunger. Auch im Falle der jetzt veröffentlichten Aufnahmen ist unklar, wann sie gemacht wurden.

RND/lc

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