Militär: Nordkorea soll Beamten aus Südkorea erschossen haben

  • Das Militär Südkoreas sieht seinen Verdacht bestätigt, dass Nordkorea einen südkoreanischen Ministeriumsbeamten getötet hat.
  • Er soll versucht haben, sich über den Seeweg nach Nordkorea abzusetzen.
  • Nach seiner Erschießung soll die Leiche verbrannt worden sein, um eine Verbreitung des Coronavirus zu verhindern.
Anzeige
Anzeige

Seoul. Südkoreas Militär hat nach eigenen Angaben die Erschießung eines zuvor verschwundenen südkoreanischen Ministeriumsbeamten durch Nordkorea bestätigen können und dem Nachbarland brutales Verhalten vorgeworfen. Der Generalstab forderte am Donnerstag von Nordkorea, das Vorgehen zu erklären und die Verantwortlichen zu bestrafen.

“Nordkorea fand den Mann in seinen Gewässern und verübte eine brutale Tat, als es ihn erschoss und seinen Körper verbrannte”, sagte ein Vertreter der obersten Kommandobehörde. Das habe die Auswertung geheimdienstlicher Informationen ergeben.

Mann wollte sich nach Nordkorea absetzen

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap hatte am Mittwoch unter Berufung auf Informanten über den Vorfall berichtet. Demnach lagen Hinweise vor, dass sich der Beamte des Ministeriums für Ozeane und Fischerei am Montag während einer Dienstfahrt auf einem Patrouillenschiff nahe der Seegrenze vor der Westküste nach Nordkorea absetzen wollte. Der Mann wurde in Südkorea als vermisst gemeldet, nachdem er plötzlich vom Schiff verschwunden war.

Video
Nordkorea will Truppen in entmilitarisierter Zone stationieren
1:14 min
Ein Sprecher des Generalstabs der Nordkoreanischen Volksarmee kündigte an, Truppen am Berg Kumgang und Kaesong nahe der Grenze zu stationieren.  © Reuters

Laut Yonhap gibt es Informationen, wonach Nordkorea nach der Erschießung die Leiche des Beamten als Maßnahme gegen eine Verbreitung des Coronavirus verbrannt hat. Der Befehlshaber der in Südkorea stationierten US-Truppen, Robert Abrams, sagte vor zwei Wochen, Angehörige einer nordkoreanischen Spezialtruppe hätten einen Schießbefehl gegen mögliche Schmuggler aus China erhalten, um die Einschleppung des Coronavirus zu verhindern.

Südkoreas Geheimdienst untersucht Yonhap zufolge, was den Beamten dazu gebracht haben könnte, in das abgeschottete Nachbarland überzulaufen. Im Juli war ein nordkoreanischer Flüchtling, der drei Jahre in Südkorea gelebt hatte, in seine Heimat zurückgekehrt.

Südkoreas Militär vermutete, dass der Mann von der grenznahen Insel Ganghwa hinübergeschwommen war. Nach Angaben Nordkoreas wies der Mann Symptome einer Corona-Infektion auf.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen