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Atomstreit: Schwester von Kim Jong Un fordert US-Zugeständnisse

  • Seit dem letzten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im Februar 2019 kommen die Atomverhandlungen beider Staaten nicht voran.
  • Kim Jong Uns Schwester fordert nun größere Zugeständnisse der USA.
  • US-Außenminister Mike Pompeo signalisiert Dialogbereitschaft.
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Washington. Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Un hat größere Zugeständnisse der USA gefordert, um die Atomdiplomatie am Leben zu erhalten. Derzeit gebe es keinen Grund, US-Präsident Donald Trump das Geschenk eines vierten Gipfeltreffens mit ihrem Bruder zu machen, sagte Kim Yo Jong in einer am Freitag von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichten Erklärung.

“Aber man kann auch nie wissen”, ließ sie eine Hintertür offen. “Deshalb, weil eine Überraschung noch passieren könnte, abhängend von Urteil und Entscheidung” Kims und Trumps. Ein Gipfeltreffen in der derzeitigen Lage würde nur den USA nutzen, für Nordkorea wäre es “unpraktisch und bringt uns überhaupt nichts.”

Ihre Äußerungen kamen während einer Japan- und Südkoreareise des Koreagesandten des US-Außenministeriums, Stephen Biegung. Der warf einem nordkoreanischen Atom-Unterhändler vor, “in altem Denken” gefangen zu sein. Eine Bereitschaft Washingtons zu Zugeständnissen ließ er nicht erkennen.

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Pompeo äußert Dialogbereitschaft

Allerdings signalisieren die USA weiterhin Dialogbereitschaft. “Wir sind sehr hoffnungsvoll, dass wir dieses Gespräch fortsetzen können”, sagte Außenminister Mike Pompeo am Donnerstag (Ortszeit). Wenn es angebracht sei und es einem Zweck diene, sei es auch denkbar, “hochrangige Führungspersonen zusammenzubringen”. Über Einzelheiten wie “das Wer, das Wie und den Zeitpunkt” wolle er aber derzeit nicht sprechen.

Die Atomdiplomatie ist laut Kim Yo Jong aus nordkoreanischer Sicht nur zu retten, wenn es gegenseitig “unumkehrbare gleichzeitige Schritte” gebe. Eine Entnuklearisierung sei immer noch möglich.

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Verhandlungen stocken

Allerdings verstehen Nordkorea und die USA darunter sehr unterschiedliche Dinge. Pjöngjang hat erklärt, sein Atomprogramm bis zum Abzug der US-Truppen und des atomaren Schutzschirms der USA für Südkorea und Japan voranzutreiben. Experten zufolge ist Kim eher zu einer Reduzierung seines Atomwaffenarsenals als zu dessen vollen Aufgabe bereit.

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Die Verhandlungen kommen seit dem gescheiterten Gipfel zwischen Präsident Donald Trump und Machthaber Kim Jong Un im Februar 2019 in Vietnam nicht mehr voran. Nordkoreas erste Vizeaußenministerin Choe Son Hui hatte zuletzt Washington vorgeworfen, den Dialog mit Pjöngjang nur als Werkzeug in der inneramerikanischen “politischen Krise” zu nutzen. Es gebe keine Notwendigkeit, sich zusammenzusetzen.

RND/AP/dpa

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