Nordkorea droht mit Abriss südkoreanischer Ferienanlagen

  • Nordkorea will das Kumgang-Gebirge zu einem internationalen Touristenresort entwickeln.
  • Deshalb hat das Regime Südkorea aufgefordert, seine Tourismusanlagen in dem Erholungsgebiet abzureißen.
  • Nun droht das Land, selbst aktiv zu werden.
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Seoul. Nordkorea droht der Regierung in Seoul, auch ohne ihre Zustimmung die südkoreanischen Tourismusanlagen in einem Erholungsgebiet auf seinem Boden abzureißen. Nordkorea habe Südkorea am 11. November ein "Ultimatum" übermittelt, in dem es Seoul vor nutzlosen Erklärungen gewarnt habe, berichteten die Staatsmedien am Freitag in Anspielung auf Vorschläge Südkoreas für Gespräche über die Anlagen im Kumgang-Gebirge an der Ostküste.

Das abgeschottete Nordkorea hatte zuvor von Südkorea gefordert, die von südkoreanischer Seite erbauten Hotels und andere touristische Einrichtungen selbst abzureißen. Sollte Südkorea weiter auf seinen Vorschlägen bestehen, werde Nordkorea "resolute Maßnahmen ergreifen, um die Einrichtungen einseitig abzureißen", hieß es. Nordkorea bekräftigte, das Kumgang-Gebirge in Eigenregie zu einem internationalen Touristenresort entwickeln zu wollen.

Beziehungen zwischen beiden Staaten stagnieren

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Das Vereinigungsministerium in Seoul bestätigte den Eingang des "Ultimatums". Ein Sprecher rief Nordkorea erneut zu Gesprächen auf. Das Problem sollte "durch eine beiderseitige Vereinbarung" gelöst werden. Im Oktober hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un angeordnet, "alle unerfreulich wirkenden Anlagen Südkoreas" im Kumgang-Gebirge sollten beseitigt werden.

Derzeit stagnieren die Beziehungen zwischen beiden Staaten. Vor elf Jahren hatte Seoul ein gemeinsames Reiseprogramm für das Kumgang-Gebirge wegen tödlicher Schüsse eines nordkoreanischen Soldaten auf eine südkoreanische Touristin in einem Sperrgebiet am Gebirge auf Eis gelegt. Bis zu seiner Aussetzung im Jahr 2008 galt das Projekt als Symbol der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Im vergangenen Jahr hatten sich beide Länder nach den schweren Spannungen 2017 wieder angenähert.

RND/dpa