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  • Nordkorea: Corona-Abriegelung von Kaesong wieder aufgehoben - Grenze soll "noch dichter geschlossen werden"

Nach Corona-Verdacht: Nordkorea hebt Abriegelung von Kaesong wieder auf

  • Anfang Juli hatte Kim Jong Un die Grenzstadt Kaesong abgeriegelt.
  • Angeblich hatte ein Überläufer nach Südkorea, der zurückgekehrt war, Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus gezeigt.
  • Jetzt ist die Absperrung wieder aufgehoben - aber Kim Jong Un will die Grenze noch dichter schließen und verhindert auch Hilfe von außen für die schweren Überschwemmungen, die die Region gerade treffen.
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Seoul. Nordkorea hat die Abriegelung der Großstadt Kaesong an der innerkoreanischen Grenze wegen eines Corona-Verdachtsfalls nach drei Wochen wieder aufgehoben. Machthaber Kim Jong Un habe aber angeordnet, wegen der weltweiten Verschärfung der Situation um das Coronavirus müsse “die Grenze noch dichter geschlossen werden”, berichteten die staatlich kontrollierten Medien des abgeschotteten Landes am Freitag.

Auch dürfe deswegen keine Hilfe von außen für die Behebung der jüngsten Flutschäden im Land angenommen werden. Kim führte demnach am Donnerstag den Vorsitz bei einem Treffen des Politbüros der im Land herrschenden Arbeiterpartei.

Notstand in der Region

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Die Teilnehmer hätten beschlossen, den “Lockdown des Frontgebiets einschließlich Kaesongs” aufzuheben, hieß es. Die Situation sei dank der epidemiologischen Schutzmaßnahmen stabil, wurde Kim zitiert.

Der Machthaber hatte zuletzt eine Spezialversorgung für die Bewohner von Kaesong angeordnet. Wie kritisch die Situation für die betroffenen Menschen war, blieb unklar. In Kaesong leben nach Schätzungen etwa 300.000 Menschen.

Symptome bei Überläufer nach Südkorea

Nordkorea hatte Ende Juli die Stadt komplett abgesperrt und den Notstand über die Region verhängt. Das Coronavirus sei möglicherweise ins Land eingeschleppt worden, hieß es.

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Bei einem ehemaligen Überläufer nach Südkorea, der am 19. Juli illegal über die Grenze zurückgekehrt sei, seien entsprechende Symptome festgestellt worden. Tests hätten jedoch keine sichere Diagnose ergeben.

Bei dem Politbüro-Treffen wurden die Teilnehmer den Berichten zufolge zudem über “weitreichende Schäden” in den Landesprovinzen durch die Monsunregenfälle in den vergangenen Wochen unterrichtet.

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Durch Überschwemmungen seien Reisfelder auf einer Fläche von etwa 39.000 Hektar überschwemmt worden. Außerdem seien 16.680 Häuser und 630 öffentliche Gebäude überflutet oder zerstört worden. Schäden gebe es auch an zahlreichen Straßen, Brücken und Schienenstrecken.

RND/dpa

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