Bus brennt in Belfast: Unruhen in Nordirland eskalieren

  • In Nordirland kommt es seit Ostern immer wieder zu Krawallen.
  • Am Mittwochabend ist ein Bus gekapert und in Brand gesetzt worden, Polizisten wurden mit Steinen beworfen.
  • Premierminister Boris Johnson zeigt sich besorgt und ruft zur Ruhe auf.
1:28 min
Der Vorfall ereignete sich im nordirischen Belfast an einer Kreuzung zwischen einem protestantischen und einem katholischen Wohnviertel. Neben dem in Brand gesteckten Bus kam es zu weiteren Gewaltausbrüchen. Die Polizei rief die Bevölkerung auf, mehrere Areale im Stadtgebiet zu meiden, in denen sich Menschen zusammengerottet hatten.  © Reuters
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Die Regionalregierung Nordirlands hat nach nächtlichen Krawallen für Donnerstag ein Dringlichkeitstreffen angesetzt.

In der Nacht setzten Randalierer einen gekaperten Bus in Brand und bewarfen Polizisten in Belfast im protestantischen Gebiet um die Shankill Road mit Molotowcocktails. Randalierer warfen auch Gegenstände über eine „Friedensmauer“, die die Straße von einem Gebiet trennt, das von irischen Nationalisten bewohnt wird.

Es war die vierte Nacht der Gewalt in Nordirland, wo der Brexit eine wackelige politische Balance ins Wanken gebracht hat. Der britische Premierminister Boris Johnson verurteilte die Unruhen und rief zur Ruhe auf. Differenzen sollten per Dialog beigelegt werden und nicht mit Gewalt oder Kriminalität, sagte er.

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Unruhen in Nordirland: Vor allem in der Hauptstadt Belfast kommt es seit Ostern zu Unruhen. Jugendliche zündeten Sprengkörper.

Auch die nordirische Regierungschefin Arlene Foster von der pro-britischen DUP und ihr Stellvertreter Michelle O’Neill von der Sinn-Féin-Partei irischer Nationalisten verurteilten die Angriffe auf Polizisten.

An den Ostertagen waren in den Gebieten pro-britischer Unionisten um Belfast und Londonderry, auch Derry genannt, Autos angesteckt worden und Polizisten mit Molotowcocktails und anderen Gegenständen beworfen worden.

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Unionisten sind unzufrieden mit der Brexit-Vereinbarung zwischen Großbritannien und der EU, die Zollkontrollen im Warenverkehr zwischen Nordirland und dem Rest des Vereinigten Königreichs vorsieht.

Auch die Entscheidung der Polizei, nicht gegen Sinn-Féin-Politiker vorzugehen, die im Juni an der Beerdigung des ehemaligen IRA-Kommandanten Bobby Storey teilnahmen, obwohl Massenversammlungen wegen der Corona-Pandemie verboten waren, hat Unionisten verärgert.

RND/AP

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