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Nord Stream 2: Moskauer Energiepolitiker erwartet Start im Sommer

  • Noch in diesem Sommer könnte die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 in Betrieb genommen werden.
  • Das erwartet zumindest der prominente russische Energiepolitiker Pawel Sawalny.
  • Die Gasleitung ist bereits zu 95 Prozent fertig.
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Moskau/Berlin. Der prominente russische Energiepolitiker Pawel Sawalny erwartet den ersten Gastransport durch die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 nach Deutschland noch bis Ende des Sommers.

Die Bauarbeiten und die Verlegung der Rohre der fast fertigen Gasleitung sollten bis dahin abgeschlossen sein, sagte Sawalny am Donnerstag in Moskau der Staatsagentur Tass zufolge. „Und bis zum Sommer gibt es die Hoffnung, dass Deutschland durch diese Gasleitung das erste Gas erhalten kann“, sagte er demnach bei einer Videokonferenz mit Bundestagsabgeordneten.

Video
Umstrittene Ostseepipeline: Weiterbau von Nord Stream 2 genehmigt
1:09 min
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hat den sofortigen Weiterbau der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 in deutschen Gewässern genehmigt.  © dpa
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Die Staatsduma informierte auf ihrer Internetseite über das Online-Treffen des Vorsitzenden des Energieausschusses im russischen Parlament. Demnach handelte es sich um eine Sitzung der deutsch-russischen Parlamentariergruppe unter dem Vorsitz des AfD-Abgeordneten Robby Schlund.

Zu hohe Abhängigkeit Europas

Mit ihrer umstrittenen Sanktionspolitik wollen die USA die Inbetriebnahme der Pipeline noch stoppen, weil sie eine zu hohe Abhängigkeit Europas von russischem Gas befürchten. Außerdem wollen sie verhindern, dass Russland auf diese Weise die Ukraine komplett als bisher wichtigstes Transitland für die Gaslieferungen nach Westeuropa umgeht. Die Ukraine ist auf die Durchleitungsgebühren in Milliardenhöhe angewiesen.

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Zugleich kritisierte Sawalny, dass versucht werde, durch die Präsenz westlicher Kriegsschiffe in der Nähe des russischen Verlegeschiffes „Fortuna“ die Fertigstellung der Leitung zu verzögern. Auch die Nord Stream 2 AG hatte nach Angaben von Tass Anfang April in der Gegend eine erhöhte Aktivität von Schiffen in der Region beanstandet. Diese Handlungen hätten einen „provokativen Charakter“ und könnten zu einer Beschädigung der Leitung führen, hieß es.

Die Gasleitung ist nach Angaben von Nord Stream 2 zu 95 Prozent fertig. Insgesamt ist der Doppelstrang zwischen Russland und Deutschland 1200 Kilometer lang. Neben den USA und der Ukraine ist etwa auch das EU-Mitglied Polen gegen die Leitung, damit Russland nicht seine „aggressive Politik“ mit dem Geld europäischer Kunden finanziere. Die Befürworter hingegen setzen auf eine höhere Energiesicherheit.

RND/dpa

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