Nord Stream 2 macht Gas für Verbraucher billiger

Auf einem Smartphone zeigt die App „MarineTraffic“ die Position des russischen Verlegeschiffs „Fortuna“ vor der Ostseeinsel Bornholm (Dänemark) an. Das Schiff wird für Bauarbeiten an der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 eingesetzt.

Auf einem Smartphone zeigt die App „MarineTraffic“ die Position des russischen Verlegeschiffs „Fortuna“ vor der Ostseeinsel Bornholm (Dänemark) an. Das Schiff wird für Bauarbeiten an der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 eingesetzt.

Berlin. Durch die Erdgaspipeline Nord Stream 2 wird der Gaspreis auf dem deutschen und dem europäischen Markt sinken. Der Erdgastransit von den Quellen bis zur europäischen Industrie und den Endverbrauchern wird mit Hilfe der Pipeline kostengünstiger gegenüber herkömmlichen Wegen.

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Das ist der Kern einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine entsprechende Anfrage des Bundestagsabgeordneten der Linken, Dietmar Bartsch, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) exklusiv vorliegt.

„Nord Stream 2 senkt laut Bundesregierung den Gaspreis und deckt den Bedarf. Das ist angesichts der Tatsache, dass die Strompreise in Deutschland mit die höchsten der Welt sind, eine gute Nachricht“, sagte Bartsch dem RND.

2000 Kilometer kürzer als vorhandene Verbindung

In dem Schreiben an Bartsch erläutert Wirtschaftsstaatssekretär Andreas Feicht, dass Nord Stream 2 die Erdgasförderfelder auf der nordsibirischen Halbinsel Jamal, die einige der größten Vorkommen weltweit beherbergt, mit Europa verbinden soll. Diese Verbindung, so heißt es in dem Papier weiter, sei um rund 2000 Kilometer kürzer als der Transport über das vorhandene ukrainische Gastransitsystem.

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Umstrittene Ostseepipeline: Weiterbau von Nord Stream 2 genehmigt
06.01.2021, Mecklenburg-Vorpommern, Sassnitz-Mukran: Ein Spezialfahrzeug zum Transport von Rohren f��r die Erdgaspipeline Nord Stream 2 steht neben Rohren auf einem Lagerplatz im Hafen Mukran auf der Insel R��gen. Mecklenburg-Vorpommern plant offenbar mit Hilfe einer landeseigenen Stiftung die Fertigstellung der umstrittenen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 zu sichern. Der Bau der Pipeline war Ende 2019 kurz vor der Fertigstellung unterbrochen worden, nachdem sich europ��ische Firmen dem Druck der USA gebeugt und Rohrverlegeschiffe aus der Ostsee abgezogen hatten. Foto: Jens B��ttner/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hat den sofortigen Weiterbau der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 in deutschen Gewässern genehmigt.

Gleichzeitig entspreche die Pipeline dem „gegenwärtigen Stand der Technik“. Sie diene „im Wesentlichen der Versorgung Europas mit Erdgas und nicht allein der Diversifizierung der Versorgung Deutschlands“, heißt es. Und resümierend stellt das Papier fest: „Die Bundesregierung geht deshalb davon aus, dass ein Erdgastransit über die Nord-Stream-2-Pipeline kostengünstiger ist als über das bestehende System und damit eine entsprechende positive Wirkung auf den Gaspreis entfalten kann.“

Eigentümer und Betreiber der noch im Bau befindlichen Pipeline von Russland nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern ist die Nord Stream 2 AG mit Sitz in Zug in der Schweiz. Sie ist eine Tochter des russischen Gazprom-Konzerns und schultert die bislang auf 8 Milliarden Euro veranschlagten Arbeiten.

Die beiden Stränge der Pipeline – es fehlen lediglich noch 150 Kilometer Rohr – sollen einmal 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr zusätzlich in das Gebiet der EU liefern.

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Eigentlich sollte das Projekt schon Ende 2019 fertig sein, geriet jedoch durch US-Sanktionen massiv ins Stocken. Vor diesem Hintergrund forderte Bartsch mehr Unterstützung vom Bund: „Es braucht seitens der Bundesregierung klare Ansagen und Rückendeckung für Mecklenburg-Vorpommern“, sagte er dem RND. „Berlin sollte sich zu 100 Prozent hinter Manuela Schwesig stellen und die Diskussion beenden.“

Schwesig durch Stiftung massiv unter Druck geraten

Die sozialdemokratische Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern war zu Jahresbeginn massiv durch Umweltschützer und Politiker in die Kritik geraten, weil sie eine Stiftung initiiert hatte, mit deren Hilfe die US-Sanktionen umgangen werden sollen.

Bartsch dazu: „Über unsere Energieversorgung entscheidet nicht der US-Kongress. Das sollte die Bundeskanzlerin dem neuen US-Präsidenten freundlich klar machen.“

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