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„Der Tag“

Noch schaut niemand in die Röhren

Der Wunsch ging nicht in Erfüllung: „Viel Glück“ steht auf Russisch auf einem Bauteil der Pipeline Nord Stream 2 (Archivfoto).

Der Wunsch ging nicht in Erfüllung: „Viel Glück“ steht auf Russisch auf einem Bauteil der Pipeline Nord Stream 2 (Archivfoto).

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

es sprudelt und sprudelt und sprudelt: Aber warum drei von vier Nord-Stream-Röhren leckgeschlagen sind, weiß immer noch niemand mit Sicherheit. „Ich gehe mal davon aus, dass es die Russen gewesen sind“, sagt der Politikwissenschaftler Carlo Masala.

Und wir gehen mal davon aus, dass es noch länger dauern wird, bis wir uns belastbaren Belegen für diese These nähern werden. Eine oder zwei Wochen könnten vergehen, bis in dem Gebiet so viel Ruhe eingekehrt sei, dass man in etwa 80 Metern Tiefe operieren könne, sagt ein Fachmann. Grund dafür ist, dass noch immer sehr viel Gas in den Pipelines ist, das nun an die Oberfläche dringt.

EU hält Pipelinesabotage für wahrscheinlich – und droht Tätern mit Sanktionen

Was ist die Ursache für die Nord-Stream-Explosionen? An zeitgleiche Unfälle glaubt kaum jemand. Die EU droht bereits mit Sanktionen – aber gegen wen?

Ein weiterer Satz, den man gerade in diesen Zeiten nicht lesen möchte: „Auch im Nato-Hauptquartier, wo die Lecks am Mittwoch das Topthema in den Besprechungen der Militärs waren, herrscht eine gewisse Ratlosigkeit.“

Was aber bisher klar ist:

  • Das ausströmende Gas ist extrem klimaschädlich. „Nach unseren Berechnungen kann das Gasleck acht Monaten der CO₂-Emissionen von Dänemark entsprechen“, schreibt Mads Flarup Christensen, Chef von Greenpeace Nordics.
  • Unmittelbar leidet die deutsche Energieversorgung nicht unter den Lecks: Durch die Röhren wurde gerade ohnehin kein Gas nach Deutschland geliefert. Unsere Speicher sind noch gut gefüllt – die Gaspreise sind allerdings kurzfristig gestiegen.
  • Niemand will es gewesen sein: „Vorhersehbar, dumm und absurd“, nennt der Kreml die Vorwürfe Richtung Russland.

Der Tag

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Nicht wegen der möglichen Sabotage an den Röhren, sondern wegen der unsäglichen „Referenden“ in besetzten ukrainischen Gebieten hat die EU-Kommission gestern den Weg für weitere Sanktionen gegen Putins Regime bereitet. Ob es aber tatsächlich einen Ölpreisdeckel geben wird, hängt von der Zustimmung aller Mitgliedsstaaten ab. Ungarn habe schon Bedenken angemeldet.

Wie schlecht es um die Aussichten der deutschen Wirtschaft bestellt ist, erfahren wir heute anhand von zwei Kennzahlen: Die führenden Wirtschaftsforschenden stellen heute ihr Herbstgutachten vor – die Aussichten könnten düster werden. Und das Statistische Bundesamt lässt uns wissen, wie sehr die Preise im September gestiegen sein dürften.

 

Zitat des Tages

Ostdeutschland ist im Aufwind. Zumindest grundsätzlich gesprochen.

Carsten Schneider,

Ostbeauftragter der Bundesregierung

 

Leseempfehlungen

Frau im All: Die Internationale Raumstation (ISS) bekommt eine neue Kommandantin: die italienische Esa-Astronautin Samantha Cristoforetti. Schon zum zweiten Mal ist sie in der Astronauten-WG im Einsatz – und bricht dort einen Rekord nach dem anderen. Ein Porträt. (+)

Männer in Wut: In ihrem ersten gemeinsamen Buch prangern Philosoph Richard David Precht und Sozialpsychologe Harald Welzer an, dass die deutschen Medien eine Mehrheitsmeinung machen, die oft gar keine ist. Im RND-Interview haben die Bestsellerautoren über ihre streitbaren Thesen, die Irrwege der Medien und Gefahren für die Demokratie gesprochen (+).

 

Aus unserem Netzwerk: kein Geld für die Beerdigung

Seit rund sieben Wochen liegt das verstorbene Baby einer Mutter aus Hannover im Kühlfach der Medizinischen Hochschule Hannover. Für seine Beerdigung fehlt das Geld, schreibt die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (+).

 

Termine des Tages

Am Morgen gibt die Right-Livelihood-Stiftung die Gewinnerinnen und Gewinner des alternativen Nobelpreises bekannt.

Die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz der katholischen Kirche endet.

 

Wer heute wichtig wird

Oliver Blume: Der neue VW-Konzernchef bleibt auch Porsche-Chef.

Ein wichtiger Tag für den neuen Volkswagen-Konzern: Porsche geht an die Börse. Oliver Blume führt beide Unternehmen.

 

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Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Ihr Christian Palm

 

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