Noch nie war so viel Geld für die Bahn so bitter nötig

  • 86 Milliarden Euro - soviel Geld steht bis zum Ende des Jahrzehnts für die Sanierung des deutschen Schienennetzes bereit.
  • Bund und Bahn haben jetzt die Vereinbarung darüber unterzeichnet.
  • Zweifellos ein großer Wurf, er könnte sich aber auch als zu klein erweisen, kommentiert Rasmus Buchsteiner.
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Berlin. Es ist ein großer Wurf. Die Frage allerdings wird am Ende sein, ob er nicht doch zu klein war. Bundesregierung und Bahn haben am Dienstag feierlich die LuFV III unterzeichnet. Das Kürzel steht für eine 86 Milliarden Euro schwere Vereinbarung, die den Sanierungsstau in Deutschlands Schienennetz innerhalb eines Jahrzehnts beseitigen helfen soll. Es war ein Tag, an dem mal wieder die Verkehrswende beschworen worden ist. Und ein Tag der Superlative.

Tatsächlich stand für den Erhalt von Bahnstrecken, Brücken und Bahnhöfen noch nie so viel Geld zur Verfügung wie nun fürs vor uns liegende Jahrzehnt.

Genauso richtig ist aber auch: Noch nie waren diese Milliarden so dringend nötig. Noch nie war die Infrastruktur so sanierungsbedürftig wie jetzt. Und noch nie wurde so viel von der Bahn erwartet. Schneller, effizienter, besser werden soll sie, hat Verkehrsminister Andreas Scheuer nun noch einmal verlangt. Dass sie Treiber der Verkehrswende werden soll, versteht sich ohnehin von selbst.

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Mehr Baustellen, längere Fahrzeiten

Die Bahn muss jetzt liefern. Keine Verbesserung jedoch, ohne dass es – zumindest vorübergehend – mal Stau, Frust und Probleme gibt.

Das gilt in der Verkehrspolitik immer. Bei der Bahn trifft das auch auf die Umsetzung dieser Sanierungsvereinbarung zu.

Auch wenn der Staatskonzern von sich behauptet, durch verbesserte Planung baubedingte Verspätungen bereits deutlich reduziert zu haben: Wer mit dem Zug unterwegs ist, wird dort, wo nun bald gebaut und gebuddelt wird, längere Fahrzeiten in Kauf nehmen müssen.

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Man sollte sich auch nicht täuschen lassen vom hohen Volumen der Vereinbarung. Wann immer solche Summen ins Schaufenster gestellt werden, reagiert der Markt auf seine Weise: Er registriert die steigende Nachfrage, und es steigen die Preise. In einigen Gewerken, die fürs Bauen bei der Bahn besonders relevant sind, hat es bereits in den vergangenen Jahren Kostenexplosionen gegeben. Und dass es der Baubranche an Kapazitäten fehlt, macht die Sache auch nicht einfacher.