Nikki Haley: Ex-Regierungsmitglieder arbeiteten gegen Trump

  • Nikki Haley hatte ihren Posten als US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen zum Jahresende 2018 freiwillig aufgegeben.
  • Nun erhebt sie schwere Anschuldigungen gegen die früheren Regierungsmitglieder Rex Tillerson und John Kelly.
  • Sie hätten im Geheimen gegen US-Präsident Trump gearbeitet und sie mit hineinziehen wollen.
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New York. Die ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen Nikki Haley hat zwei frühere Regierungsmitglieder des Versuchs beschuldigt, die Autorität von Präsident Donald Trump zu untergraben.

Der frühere Außenminister Rex Tillerson und der damalige Stabschef des Weißen Hauses John Kelly hätten ihr anvertraut, "das Land retten" zu wollen, und auch versucht, sie dafür zu gewinnen, schreibt Haley in ihren am Dienstag erscheinenden Memoiren, die der Nachrichtenagentur AP vorliegen.

Sie sei von der Anfrage der beiden hinter verschlossenen Türen "schockiert" gewesen, schreibt Haley in ihrem Buch mit dem Titel "With All Due Respect" (Bei allem Respekt). "Kelly und Tillerson vertrauten mir an, dass sie dem Präsidenten Widerstand leisteten, sie seien nicht ungehorsam, sie versuchten das Land zu retten", schreibt Haley. Kelly und Tillerson wurden später von Trump aus dem Amt gedrängt.

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17. Oktober 2019: Der Präsident erklärt, der Energieminister Rick Perry werde zum Jahresende abtreten. Dieser habe ihm schon vor einigen Monaten gesagt, dass er für die Zukunft andere Pläne habe.  @ Quelle: imago images / UPI Photo

"Es wären ihre Entscheidungen, nicht die des Präsidenten, die im besten Interesse Amerikas seien, sagten sie", schrieb Haley. Der Präsident habe nach Auffassung der beiden nicht gewusst, was er tue. Tillerson habe ihr gegenüber das Verhalten damit begründet, dass andernfalls Menschen sterben würden. Das Treffen habe mehr als eine Stunde gedauert und das Thema sei danach nie wieder aufgekommen.

"Einen Präsidenten zu untergraben ist wirklich eine gefährliche Angelegenheit und es ist gegen die Verfassung und gegen das, was die Amerikaner wollen“, sagte Haley dem TV-Sender CBS am Sonntag. Wenn gegen Trump arbeiten bedeute, ihm den „besten und offensten, rechtmäßigen und ethischen“ Rat für eine fundierte Entscheidung zu erteilen, bekenne er sich schuldig, erklärte Kelly der „Washington Post“.

Haley werden große Ambitionen nachgesagt

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Seit Trump im Weißen Haus regiert, hat es Dutzende Personalwechsel gegeben. Kelly war im Dezember 2018 entlassen worden, Tillerson bereits im März desselben Jahres - angeblich per Twitter. Frühere Mitarbeiter des Weißen Hauses haben in Insider-Berichten und Enthüllungsbüchern ein Bild von chaotischen Zuständen gezeichnet.

Tillerson sagte später, der Präsident sei "undiszipliniert", und möge es nicht, Berichte zu lesen. Trump nannte Tillerson "dumm wie einen Stein". Monate nach seiner Entlassung erklärte Tillerson, Trump habe ihn des Öfteren gebeten, Dinge zu tun, die ungesetzlich seien. Während Kelly Stabschef war, rieb sich Trump an dessen genauen Abläufen. Die Zusammenarbeit wurde im Dezember 2018 beendet.

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Haley hatte ihren einflussreichen Posten als Botschafterin bei den Vereinten Nationen in New York zum Jahresende 2018 freiwillig aufgegeben. Ihr werden große Ambitionen nachgesagt. Dementi zum Trotz hielten sich Spekulationen, sie könnte bei der US-Wahl 2020 an Stelle von Vize-Präsident Mike Pence mit Trump antreten.

RND/AP/dpa