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  • Nigeria: Bewaffnete Männer greifen Bauern an und Frauen auf Reisfeldern an - Dutzende Tote durch Terrormiliz

Terror in Nigeria: Massaker an Bauern - Experten fordern bessere Strategie

  • Bewaffnete Männer haben im Nordosten Nigerias Männer und Frauen auf Reisfeldern angegriffen und getötet.
  • Der Angriff hat Merkmale der Terrormiliz Boko Haram, die die Region seit vielen Jahren terrorisiert.
  • Die UN verurteilte den Angriff, Experten fordern mehr als einen Militäreinsatz gegen den Terror.
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Abuja. Ein blutiger Angriff auf Bauern im Nordosten Nigerias hat das westafrikanische Land und die internationale Gemeinschaft in Schock versetzt. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte „den entsetzlichen Angriff aufs Nachdrücklichste“, wie sein Sprecher Stéphane Dujarric am Sonntagabend (Ortszeit) in New York mitteilte.

Guterres hoffe, „dass die Verantwortlichen für diese abscheulichen Verbrechen schnell zur Rechenschaft gezogen werden“. Experten mahnten am Montag, militärisches Handeln allein reiche gegen Terrormilizen in der Region nicht aus.

Bewaffnete töteten Dutzende Bauern

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Nach Angaben der Vereinten Nationen griffen am Samstag bewaffnete Männer auf Motorrädern im Dorf Koshobe im krisengebeutelten Bundesstaat Borno Männer und Frauen auf Reisfeldern an. Dutzende Menschen wurden dabei dem humanitären Koordinator der UN in Nigeria, Edward Kallon, zufolge brutal getötet.

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Dutzende Tote bei Massaker im Nordosten Nigerias
1:06 min
Dort tötete eine bewaffnete Miliz dutzende Männer und Frauen bei einem Angriff auf ein Dorf.  © Reuters

Wer für den Angriff verantwortlich ist, war zunächst unklar. Doch er hatte die Merkmale der Terrormiliz Boko Haram oder deren Splittergruppe ISWAP, einem IS-Ableger. Boko Haram terrorisiert seit rund zehn Jahren die Bevölkerung von Borno und führt auch immer wieder Angriffe in den Nachbarländern durch. Besonders berüchtigt war die Entführung von 276 Schülerinnen in Chibok im Jahr 2014.

Der Angriff im Dorf Koshobe am Samstag und die schiere Zahl der Opfer sei besonders signifikant wegen des „Schock-Elements“, erklärte am Montag Akinola Olojo, ein führender Experte für die Tschadsee-Region bei der Denkfabrik Institute for Security Studies (ISS). Der Angriff erzeuge Angst und sende die Botschaft, dass „Boko Haram und seine Faktionen nach wie vor aktiv und tödlich sind“.

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Zivilbevölkerung weniger geschützt

Nigeria geht gegen die Extremisten vor allem mit seinem Militär vor. Die nigerianischen Streitkräfte änderten im vergangenen Jahr ihre Strategie, wie Malik Samuel vom ISS schreibt. Anstatt Soldaten in kleinen Formationen in Dörfern zu stationieren, wurden demnach größere Camps gebildet. Somit sei das Militär gegen direkte Angriffe der Extremisten gestärkt - allerdings sei die Zivilbevölkerung weniger geschützt und die Reaktionszeit der Armee höher.

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In Gebieten, aus denen sich das Militär zurückgezogen hat, haben die Extremisten ihre Macht ausgeweitet, wie Samuel erklärt. Die Gruppen kontrollieren demnach einige Dörfer und haben Checkpoints auf wichtigen Straßen in Borno errichtet. Dies ist eine wichtige Finanzquelle: Augenzeugen berichteten demnach, Kämpfer der Milizen würden plündern, Bewohner erpressen und sie gegen Lösegeld entführen.

Mehr als 2,7 Millionen Flüchtlinge

Ein Militäreinsatz allein reiche gegen die Extremisten nicht aus. „Die ist eine sehr komplexe Krise“, sagte Olojo, was den Kampf gegen die Terrorgruppen sehr schwer macht. „Boko Haram passt sich an, ändert seine Taktiken“, erklärt er. Die Regierung müsse neben dem Militäreinsatz auch die Ideologie der Gruppen und den Missbrauch der Religion durch sie bekämpfen sowie die Gemeinden miteinbeziehen.

Zudem müsse sie sich aber auch mit den Menschenrechtsverletzungen im Zuge des Anti-Terror-Kampfes befassen, die die Radikalisierung von Bewohnern befeuerten.

Die Gewalt im Nordosten Nigerias sowie den angrenzenden Ländern Tschad, Kamerun und Niger haben eine humanitäre Krise ausgelöst. In den Ländern sind dem UN-Flüchtlingshilfswerk zufolge mehr als 2,7 Millionen Menschen innerhalb ihrer Landesgrenzen geflohen und weitere 300 000 Menschen in Nachbarländer.

RND/dpa

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