Niemand hat mehr die Absicht, die AfD zu spalten

  • AfD-Chef Jörg Meuthen plädiert nicht mehr für eine Trennung des Ex-“Flügels” von der Partei.
  • In einem Interview erklärt er die Debatte für “beendet”.
  • Vorausgegangen war eine Drohung von Björn Höcke.
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Berlin. AfD-Chef Jörg Meuthen hat seinen Vorschlag zur Teilung der Partei zurückgezogen. In einem Interview mit der rechtsnationalen “Jungen Freiheit” sagte Meuthen: “Die Mehrheit wünscht ganz eindeutig ein weiteres Arbeiten als eine einheitliche Partei. Selbstverständlich will auch ich, dass die Partei geschlossen auftritt, so wie sie sich auf ihren Parteitagen programmatisch aufgestellt hat. Das ist der Auftrag, dem wir alle unsere Arbeit zu widmen haben. Das werden wir nun alle gemeinsam tun. Damit ist die Diskussion beendet.”

Meuthen bezeichnete es als “Fehler”, dass sein “strategischer Denkansatz” als Forderung wahrgenommen werden konnte. Im Interview sagte er: “Wir sollten in dieser Diskussion einen Gang herunterschalten. Und zwar auf allen Seiten. Ich habe einen Diskussionsbeitrag eingebracht, der neu war und deshalb einige in Aufregung versetzt hat.”

Spaltung wegen unüberbrückbarer Gegensätze

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Meuthen hatte eine Spaltung wegen unüberbrückbarer Gegensätze im Programm angeregt. Die Positionen des “freiheitlich-konservativen” Lagers, zu dem sich Meuthen zählt, und der staatsorientieren und völkischen Strömung des früheren “Flügels” seien zu weit auseinander. “Der sogenannte sozialpatriotische Kurs des Flügels kann niemals Kurs der Gesamtpartei sein”, sagte Meuthen dem RND.

“Nach meiner Einschätzung sind beide Gruppierungen in der Partei eindeutig stark genug, eigenständig bestehen zu können, zumal dies erhebliche zusätzliche Wählergruppen anders als bisher erreichbar machte”, hatte Meuthen noch am Donnerstag auf seiner Facebookseite nachgelegt.

Höckes Leute drohen Meuthen

Meuthens Gegenspieler, der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke, hatte in einem Videointerview am Freitag in drohenden Worten die Einheit der Partei gefordert: “Ich bin mir sicher, dass diese Partei jeden verabschieden wird, der weiter versuchen wird, unsere AfD als letzte wirkliche Möglichkeit, dieses Land vom Kopf auf die Füße zu stellen, zu verzwergen”, sagte Höcke. Auf Nachfrage des Fragestellers ergänzte Höcke, dass dies keine Drohung an die Adresse von Meuthen sei.

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Höckes Vertrauter, der Thüringer Bundestagsabgeordnete Jürgen Pohl, hatte Meuthen den Austritt nahegelegt: “Herr Meuthen hat sich mit seinen Aussagen politisch neu verortet – und zwar außerhalb dieser AfD”, sagte Pohl.

Meuthens Co-Parteichef Tino Chrupalla und der AfD-Ehrenvorsitzende Alexander Gauland hatten den Teilungsvorschlag in scharfen Worten abgelehnt. “Die Einheit der Partei stand nie zur Debatte und sie wird niemals zur Debatte stehen”, sagte Chrupalla dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “Die Überlegungen von Jörg Meuthen sind wenig zielführend und extrem unpolitisch”, kritisierte Gauland, der auch der AfD-Bundestagsfraktion vorsteht.



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