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Trotz Teillockdown: Niederlande müssen Corona-Maßnahmen wohl weiter verschärfen

  • Die Niederlande stehen offenbar vor weiteren Verschärfungen der geltenden Corona-Regeln.
  • Gesundheitsminister Hugo de Jonge kündigte am Donnerstag eine Reihe von „einschneidenden Maßnahmen“ an.
  • Seit Anfang November gilt bereits ein Lockdown, dennoch verschärfte sich die Corona-Lage zuletzt akut.
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Amsterdam/Hannover. Angesichts von Rekordwerten bei Corona-Neuinfektionen und Patientenzahlen plant die niederländische Regierung offenbar weitere Verschärfungen der geltenden Corona-Regeln. Laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ kündigte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am Donnerstag eine Reihe von „einschneidenden Maßnahmen“ an, um die vierte Welle zu verlangsamen. „Es muss echt eine Wende geben“, sagte er. Die neuen Beschränkungen könnten bereits am Freitag bekannt gegeben werden. Die Regierung hat für den Tag eine vorgezogene Pressekonferenz angekündigt.

Anfang November hatte die niederländische Regierung wegen der sich wieder verschlechternden Lage einen Teillockdown verhängt. So müssen Gaststätten und Supermärkte derzeit um 20 Uhr schließen, andere Läden bereits um 18 Uhr. Auch gilt in öffentlich zugänglichen Gebäuden wieder Maskenpflicht.

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Seit dieser Woche ist auch der Mindestabstand von 1,5 Metern wieder verpflichtend. Bei Verstößen drohten 95 Euro Geldbuße, teilte das Justizministerium am Dienstag in Den Haag mit. In Gaststätten und im Kultursektor gilt die Pflicht nicht, weil dort bereits die 3G-Regel (also: geimpft, genesen oder getestet) in Kraft gesetzt wurde. Auch Friseurgeschäfte und der öffentliche Nahverkehr sind ausgenommen.

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Niederlande leiden unter dramatischer Corona-Situation

Die Niederlande verzeichnen seit Wochen starke Zunahmen bei Infektions- und Patientenzahlen. Am Donnerstag wurden mehr als 22.000 Neuinfektionen registriert, das sind mehr als 900 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Zum Vergleich: In Deutschland lag dieser Wert zuletzt bei 419.

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Wegen der Zunahme von Covid-19-Patienten müssen Krankenhäuser in der Niederlanden möglicherweise bald wieder Akutbehandlungen anderer Patienten aussetzen. Das kündigte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am Donnerstag in Den Haag an. Der Minister prüft zurzeit, ob eine Notlage für Krankenhäuser ausgerufen werden muss. Danach müssten Krankenhäuser etwa auch Chemotherapien oder Transplantationen absagen, um Betten für Covid-Patienten frei zu machen. Diese Notlage galt bereits Anfang des Jahres. In vielen Krankenhäusern werden bereits seit Wochen planbare Operationen und Behandlungen verschoben.

OPs müssen abgesagt werden, Chemotherapien zum Teil nicht mehr möglich

14 Krankenhäuser hatten angegeben, dass sie bereits Krebs- und Herzoperationen sowie Transplantationen absagen mussten. In einzelnen Fällen seien auch Chemotherapien nicht mehr möglich, da es nicht genug Pflegepersonal gebe.

Zur Zeit liegen mehr als 2000 Covid-Patienten in den Krankenhäusern, darunter 505 auf Intensivstationen. Wenn der Zustrom neuer Patienten nicht abnimmt, rechnen Experten damit, dass in zehn Tagen die Grenze der Kapazität erreicht ist. Dann müssten Ärzte entscheiden, welcher Patient noch einen Platz auf der Intensivstation bekomme. Um Krankenhäuser zu entlasten, wurden in dieser Woche bereits zwei niederländische Patienten in Kliniken in Nordrhein-Westfalen verlegt.

RND/jst/dpa

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