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Nicht mehr überall hin mit der Kippa? Das ist das falsche Signal

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung rät Juden davon ab, sich überall in Deutschland mit der Kippa zu zeigen. Das ist ein verheerendes Signal, kommentiert Steven Geyer.

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Berlin. Schon länger gibt es alarmierende Zeichen und Zahlen, was die Ausbreitung des Antisemitismus in Deutschland angeht.

So hat die Bundesregierung erst vor wenigen Wochen verkündet, dass die Zahl antisemitischer Straftaten um ein Fünftel zugenommen hat. Umfragen zeigen, dass die Vermischung von Kritik an Israel mit antisemitischen Vorurteilen und Verschwörungstheorien sich ausbreitet.

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Vor dem Hintergrund der eingangs erwähnten Entwicklungen ist es sicher nachvollziehbar, Juden hierzulande davon abzuraten, sich klar erkennbar als Juden zu zeigen.

„Es sind nicht die Juden, die sich verstecken müssen“

Das Signal ist dennoch verheerend. Denn wenn ein Regierungsbeauftragter spricht, dann wird das als Äußerung der Regierung wahrgenommen. Die Schlagzeile „Regierung warnt Juden vor Tragen der Kippa“, die sich prompt verbreitete ist nicht falsch – und stieß im In- und Ausland auf Entsetzen.

Denn natürlich wäre eine scharfe Kritik an den Zuständen richtig gewesen; der Aufruf nötig, sich gegen Judenfeindlichkeit zu stellen und die Klage darüber, dass Politik und Polizei offenbar zu wenig dagegen tun. Doch wenn sich eine solche Warnung im Namen der Regierung verbreitet, klingt sie vor allem nach Resignation. Aufgeben aber darf die Politik in diesem Punkt nie.

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Den entscheidenden Hinweis an Politiker, Justiz, Polizei und Verfassungsschützer gab Felix Klein dabei selbst: Etwa 90 Prozent der antisemitischen Taten in Deutschland wird nach wie vor von Rechtsextremisten begangen. Es ist Deutschland, das sich dagegen wehren muss - und nicht die Juden, die sich verstecken müssen.

Lesen Sie auch: Neue bundesweite Meldestelle für antisemitische Vorfälle

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Von Steven Geyer/RND

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