New Yorker Bürgermeister erzürnt Juden mit Kritik

  • Nachdem die Polizei eine chassidische Trauergemeinde auflösen musste, hat der New Yorker Bürgermeister wütend auf den Verstoß gegen die Corona-Abstandsregeln reagiert.
  • “Die Zeit der Warnungen ist vorbei”, schreibt er auf Twitter.
  • Kritiker monieren derweil, de Blasio habe eine orthodoxe jüdische Gemeinschaft an den Pranger gestellt.
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New York. Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio hat seinem Ärger über Verstöße gegen die Corona-Abstandsregeln Luft gemacht und sich damit Kritik jüdischer Gruppen zugezogen. Nachdem die Polizei im Stadtteil Williamsburg eine dicht gedrängte chassidische Trauergemeinde aufgelöst hatte, twitterte de Blasio, derartige Verstöße gegen die Regeln zum Eindämmen der Coronavirus-Pandemie seien völlig inakzeptabel. “Meine Botschaft an die jüdische Gemeinschaft und alle Gemeinschaften ist ganz einfach: Die Zeit der Warnungen ist vorbei.”

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Kritiker monierten, de Blasio habe eine orthodoxe jüdische Gemeinschaft an den Pranger gestellt, obwohl sich auch andere gegen das Verbot großer Menschenansammlungen hinweggesetzt hätten. So hätten am Dienstag Tausende New Yorker den Vorbeiflug von Militärmaschinen beobachtet.

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Jonathan Greenblatt von der Anti-Defamation-League, die gegen die Diskriminierung von Juden kämpft, warf dem Bürgermeister vor, die gesamte jüdische Bevölkerung New Yorks angegriffen zu haben. Der Stadtrat Chaim Deutsch kritisierte, de Blasio mache Juden Vorwürfe, obwohl diese bereits zunehmend Ziel von Hassverbrechen würden. In New York leben schätzungsweise eine Millionen Juden, von denen etwa zehn Prozent orthodox sind.

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