New York – auch während Corona ein Vorbild für die USA?

  • Die USA wurden von der Corona-Krise getroffen wie kaum ein anderes Land.
  • Selbst als es in anderen Ländern eine spürbare Verschnaufpause gab, wütete das Virus nicht nur in Städten wie New York City weiter.
  • Doch gerade dort entwickelte sich zuletzt eine Stimmung, die am Ende Vorbild für eine ganze Nation sein könnte.
Das tägliche Briefing
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

mit dem Einlaufen der „Comfort“ schien New York endgültig den Kampf gegen das Coronavirus verloren zu haben. Das Lazarettschiff sollte von Ende März an dafür sorgen, dass die Zahl der Corona-Toten (in der Spitze 800 Tote pro Tag) wieder auf ein niedriges Niveau zurückkehren und die Krankenhäuser generell entlastet werden. Insgesamt vier Wochen lag die „Comfort“ im Hafen von New York. Behandelt wurden in dieser Zeit allerdings gerade einmal 182 Patienten. Alle ohne Symptome.

In den Monaten ist es in und um New York immer stiller geworden. Gespenstisch still fast schon. Wo einst Träume keine Grenzen kannten, wo das Leben pulsierte, da kehrte eine nie da gewesene Ruhe und Langsamkeit ein.

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Längst fragen viele: Ist die Zeit der Metropole vorbei, oder kann sie zurückkommen? Fast 60 Millionen Touristen besuchten New York 2019. Die Zahl sank in diesem Jahr so stark, dass sogar die Tourismus­behörde einen Großteil ihrer Mitarbeiter freistellen musste. Auch viele Einwohner wollen entweder noch länger in ihren Ferienhäusern bleiben oder sind ganz weggezogen. Vom einst quicklebendigen Leben in der Stadt, die niemals schläft, ist nicht mehr viel übrig.

Aber seien wir ehrlich: New York City wäre nicht New York City, wenn es nicht auch der schwersten Krise trotzen könnte. Wenn es nicht am Ende vielleicht sogar stärker zurückkommt, als manch einer das für möglich hält.

Unser USA-Korrespondent Sebastian Moll lebt in New York und hat die Stadt und die starken Veränderungen in der Pandemie hautnah miterlebt. Er schreibt: „Für diejenigen von uns, die nicht aus der Stadt geflohen sind, klingt die Diskussion um den vermeintlichen Tod New Yorks eigenartig. Hinter uns liegt ein Sommer, der vieles war – ungewöhnlich, manchmal beängstigend, manchmal betörend, manchmal laut, manchmal melancholisch, manchmal bezaubernd.“ Eines sei er jedoch nicht gewesen: leblos.

Das, was in New York gerade passiert, könnte gar stellvertretend sein für die ganzen USA, findet unser Autor. Zunächst einmal geht der Blick aber auf den 3. November.

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Dann heißt es: Trump oder Biden. Vor der Wahl zum US-Präsidenten blickt unser Südamerika­korrespondent Klaus Ehringfeld auf Brasilien, Argentinien und Mexiko und auf welchen Präsidenten die drei Länder hoffen. Brasilien und der trumpeske Präsident Jair Bolsonaro hätten sicher kein Problem mit einer Wiederwahl, in Argentinien und Mexiko ist man da schon deutlich skeptischer, auch wenn es in diesen beiden Ländern nicht nur Gegner von Donald Trump gibt.

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Zitat des Tages

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Bundeskanzlerin Angela Merkel, in ihrem Appell an die Bürger

Leseempfehlungen

Bereits am Donnerstag hat das Robert-Koch-Institut 15 Länder in Europa als Risikogebiete eingestuft. Es kamen unter anderem neue Regionen in Polen, Italien und Finnland hinzu. Aber erst seit Samstag, 17. Oktober, gilt für diese Länder eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts, das die Corona-Lage in den Ländern mittlerweile mithilfe eines Ampelsystems bewertet. Einen Überblick, für welche Staaten weltweit nun eine Reisewarnung gilt, hat Maike Geißler vom reisereporter zusammengetragen.

Homeoffice statt Büro, kürzere Arbeitstage oder die Viertagewoche: Die Corona-Pandemie könnte in der Arbeitswelt für ein Umdenken sorgen. Das glaubt auch Stefanie Hornung, Autorin des Buchs „New Work, New Pay“. Im RND-Interview spricht sie darüber, wie gleiches Gehalt für alle für neue Anreize und Gerechtigkeit sorgen kann.

Der FC Schalke 04 hat kein Geld, hat seit 19 Spielen nicht mehr gewonnen – und hat auch schon den Trainer gewechselt. Viel mehr Krise geht nicht. Dennoch haben die „Knappen“ die Hoffnung auf die Wiederbelebung nach der Länderspielpause nicht aufgegeben. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es zum Abschluss des vierten Bundesliga-Spieltags am Samstagabend um 18 Uhr gegen den 1. FC Union Berlin. Neucoach Manuel Baum hat dafür einige Maßnahmen ergriffen, wie im Sportbuzzer-Artikel „Die Suche nach dem Selbstvertrauen“ thematisiert wird.

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Das “Wish”-Phänomen: Wie eine Shopping-Plattform zum Meme wurde
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Bei Wish kann man die kuriosesten Produkte kaufen, und das zum Schnapper-Preis. Doch Verbraucherzentralen warnen.  © RND

Die Termine des Tages

Die Initiative Querdenken will am Sonntag in Dortmund gegen die Corona-Auflagen demonstrieren. Es seien bis zu 3000 Teilnehmer für eine Kundgebung (14 Uhr) und einen anschließenden Demozug durch die Innenstadt angemeldet, teilte die Polizei mit. Die Stadt hatte vergangene Woche die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschritten.

Eine ungewöhnliche Ausgabe der Frankfurter Buchmesse geht am Sonntag zu Ende. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte das internationale Branchentreffen nahezu ausschließlich im Internet stattgefunden. Das Programm für die Fachbesucher war von Anfang an nur in Form digitaler Konferenzen geplant. Hallenausstellung und Publikumstage waren im September abgesagt worden. Eine Bilanz zur 72. Ausgabe der Buchmesse wollen die Veranstalter am Sonntag ziehen. Bis Freitag nutzten 148.000 User aus 183 Ländern die digitalen Angebote.

Ungeachtet der Gewaltandrohung der Behörden in Belarus (Weißrussland) ruft die Opposition zu neuen Massenprotesten am Sonntag (13 Uhr MESZ) auf. In der Hauptstadt Minsk und anderen Städten solle es einen großen „Partisanenmarsch“ geben, heißt es in dem Aufruf. „Das ist ein Marsch von Menschen, die nicht bereit sind, Gewalt und Willkür zu ertragen.“ Die Menschen ließen sich nicht einschüchtern. Die Demonstrationen an den Sonntagen haben traditionell den größten Zulauf.

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Wer heute wichtig wird

Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Die Verleihung findet in der Paulskirche statt und wird live im Fernsehen übertragen. Der Preisträger wird per Video aus den USA zugeschaltet. Die Laudatio sollte ursprünglich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier halten. Wegen dessen Corona-Quarantäne wird die Rede nun von Schauspieler Burghart Klaußner verlesen. © Quelle: Anindito Mukherjee/EPA/dpa

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Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

aus dem RND-Newsroom: Ihr Markus Merz

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