Neustart mit Hansi Flick

  • Deutschland wird bei der Fußball-Europa­meisterschaft vom Teilnehmer zum Zuschauer.
  • So erging es schon den DFB-Gegnern aus der Gruppenphase, Frankreich und Portugal.
  • Nun beginnt beim DFB-Team eine neue Zeitrechnung unter Trainer Hansi Flick.
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

kurz nach dem Abpfiff liefen die Tränen bei Joshua Kimmich – und nicht nur bei ihm: In ganz Deutschland war die Enttäuschung nach dem Ausscheiden im EM-Achtelfinale gegen England spürbar. Auch Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich bewegt – selbstverständlich, schließlich endet mit der 0:2-Niederlage gegen England seine 15 Jahre dauernde Ära beim DFB. „Wir hatten uns bei diesem Turnier etwas anderes erhofft“, sagte der Bundestrainer. „Es tut mir leid, dass die große Begeisterung zu Hause nach diesem Spiel dahin ist.“

Schon vor dem Anpfiff sprach die Stimmungslage im Londoner Wembley-Stadion nicht gerade für die DFB-Elf: Mit Pfiffen und Buhrufen begleitete der Großteil der 45.000 Zuschauerinnen und Zuschauer die deutsche Nationalhymne.

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Ansonsten lief gestern vieles sehr fair ab. Schon vor dem Spiel hatten sich die Teams solidarisiert: Während Englands Kapitän Harry Kane sich Manuel Neuer angeschlossen hatte und eine regenbogenfarbene Binde trug, gingen die deutschen Spieler als Zeichen gegen Rassismus gemeinsam mit den englischen Spielern vor dem Anstoß auf die Knie.

Fachleute hatten das Zeichen schon vor dem Spiel begrüßt, forderten allerdings ein Engagement gegen Rassismus auch über die Symbolik hinaus. Auch schön: Die Pfiffe, die sonst die Geste der Engländer begleitet hatten, blieben aus. Wembley hatte wohl nur eines im Sinn: einen Sieg für England.

Die Zukunft heißt Flick

Nun bekommt die deutsche National­mannschaft einen neuen Trainer: Hansi Flick, mit dem der FC Bayern München in der vergangenen Saison die Bundesliga als Meister abschloss. Kann er die National­mannschaft zurück zu großen Erfolgen führen? „Bei der Heim-EM 2024 werden einige Spieler auf absolutem Topniveau sein“, glaubt zumindest der ausscheidende Bundestrainer Löw. „Da ist einiges zu erwarten.“

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Vielleicht hätte es beim deutschen Team schon früher zu einem Wechsel auf der Trainerbank kommen müssen. „Rückblickend muss man sagen, dass sein Abgang nach dem Höhepunkt das Beste gewesen wäre – aber er wollte mehr. Der EM-Titel sollte es noch sein“, blickt RND-Sportchef Heiko Ostendorp in seinem Kommentar auf die Laufbahn von Löw zurück.

In drei Jahren kann Deutschland dann einen neuen Anlauf zum EM-Titel nehmen. Nach Wembley muss die National­mannschaft dann nicht: das Turnier wird komplett in Deutschland ausgetragen.

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Was bleibt von den „Querdenkern“ nach der Pandemie?

Und abseits des Fußballs? Während einige angesichts der ansteckenderen Delta-Variante noch immer mit Sorge auf die voll besetzten Tribünen in den EM-Stadien schauen, scheint in die Corona-Kritik an der deutschen Politik etwas Ruhe eingekehrt zu sein. Zumindest auf den Veranstaltungen der „Querdenker“-Bewegung herrscht Flaute. Zu angekündigten „Großdemos“ erschienen zuletzt teilweise nur etwa 200 Leute. Die Protestbewegung schwächelt, beobachten Felix Huesmann und Jan Sternberg in ihrer Analyse. Sie kommen allerdings auch zu dem Schluss: Die Bewegung kam nicht aus dem Nichts, und sie wird auch nicht einfach wieder verschwinden.

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Zitat des Tages

Wir sind im Wahlkampf. Da will natürlich niemand eine negative Nachricht für die Urlauber artikulieren.

Karl Lauterbach, SPD-Gesundheits­experte, zur Diskussion über schärfere Corona-Regeln für Reisende

Leseempfehlungen

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Mit einem virtuellen Glücksrad-Gewinnspiel zur Fußball-EM lockt Hauptsponsor Lieferando aktuell Hunderttausende Kundinnen und Kunden. Bei zwei Hauptgewinnern jedoch verflog die Freude schnell: Lieferando versprach zwei EM-Finaltickets für London plus Reise und Hotel − zuvor müssten sie dort jedoch zehn Tage in Quarantäne. Auf eigene Kosten. Auf RND-Nachfrage will Lieferando nun einen Ersatzpreis vergeben, berichtet Imre Grimm.

­Es ist der Worst Case: Während des Urlaubs wird das Reiseziel zum Virusvariantengebiet. Welche Möglichkeiten haben Touristinnen und Touristen in diesem Fall? Was ist mit geplantem Urlaub? Und welche Vorschriften gelten derzeit noch für Reisende? Ein Überblick.

Aus unserem Netzwerk: Impfen ohne Termin

Noch vor wenigen Wochen war der Andrang auf Corona-Impftermine in ganz Deutschland groß. Mittlerweile aber scheint das Interesse abzuflauen. Die Bundesregierung rechnet damit, dass sie noch im Juli ihr Versprechen auf ein Impfangebot erfüllen kann. In Sachsen geht man sogar noch einen Schritt weiter. Weil rund 17.000 Impftermine frei sind, können sich Interessierte in dem Bundesland nun ohne vorherigen Termin in den Impfzentren impfen lassen, berichtet die „Leipziger Volkszeitung“.

Termine des Tages

Die Bundesagentur für Arbeit gibt heute (10 Uhr) ihre Monatsstatistik für den Juni bekannt. Nach einer positiven Entwicklung bei den Corona-Infektionszahlen und damit verbundenen Lockerungen bei Eindämmungs­maßnahmen ist von einer deutlichen Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt auszugehen. Volkswirtinnen und Volkswirte erwarten vor allem in Branchen wie Gastronomie und Handel sowie bei den personenbezogenen Dienstleistungen deutliche Verbesserungen.

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Mehr als 25 Jahre nach Ende des Bosnien-Krieges urteilt das UN-Tribunal in Den Haag in seinem letzten Prozess zu Kriegsverbrechen auf dem Balkan. Den zwei ehemaligen Chefs des staatlichen serbischen Sicherheitsdienstes, Jovica Stanisic (70) und Franko Simatovic (71), droht heute (15 Uhr) lebenslange Haft wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Beide Angeklagte waren enge Vertraute des damaligen jugoslawischen Staatspräsidenten Slobodan Milosevic. Auch ihm war vor dem Tribunal der Prozess gemacht worden, er starb jedoch vor der Urteilsverkündung 2006.

Wer heute wichtig wird

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bricht heute zu einem dreitägigen Staatsbesuch nach Israel auf. Dieser sollte bereits im Mai vergangenen Jahres stattfinden, musste aber wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Der Bundespräsident wird sowohl mit dem nur noch wenige Tage amtierenden Staatspräsidenten Reuven Rivlin Gespräche führen wie auch mit seinem bereits gewählten Nachfolger Izchak Herzog. Vorgesehen sind zudem Treffen mit dem neuen Minister­präsidenten Naftali Bennett und mit Außenminister Jair Lapid. Ein zentrales Thema dürfte die fragile Situation in Nahost werden. Steinmeier will laut Bundespräsidialamt seinen Besuch jetzt auch nutzen, um die engen Beziehungen Deutschlands zu Israel zu bekräftigen.

Der Podcast des Tages: Klima und wir

Das Bevölkerungs­wachstum ist schuld an der Klimakrise? Ein Mythos, der oft als Erklärung dient – nicht nur in rechten Kreisen. Warum eine wachsende Welt nicht als einziges Argument herhalten kann, erklärt Demografie­experte und Journalist Rainer Klingholz in der neuen Folge „Klima und wir“. Wie eine nachhaltige Existenz von fast acht Milliarden Menschen möglich ist, warum Verzicht bei uns dabei unvermeidlich ist und was Bildung mit alldem zu tun hat.

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Ihre Sabine Gurol

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